Wie lange sollte die Andacht dauern?

Die persönliche Andacht sollte die schönste Zeit am Tag sein. Aber viele Christen haben bei der Andacht Probleme. Sie finden keine klaren Gedanken, sind abgelenkt, fühlen sich nicht ermutigt. Das hat auch mit einer falschen Herangehensweise an die persönliche Andachtszeit zu tun. Wie lange sollte die Andacht dauern?

Wie Jesus seine Andachten gestaltete

Die Andachten von Jesus waren lang. Sehr lang. Ganze Nächte hat er gebetet, ohne zu schlafen (Lk 6,12). Er hat sich in der Natur aufgehalten und mit seinem Vater gesprochen. Das nehmen sich Christen als Vorbild – mit Recht.
☞ Video: Wie hat Jesus gebetet?

Aber oft, und hier spreche ich aus eigener Erfahrung, enden alle guten Vorsätze in einer kläglichen Erfahrung. Man zieht die Andacht in die Länge, weil man weiß, dass dies gut und richtig ist. Aber die geistliche Erfrischung scheint auszubleiben. „Was mache ich falsch?“, schießt einem dann durch den Kopf. Man ärgert sich über seine eigene ungeistliche Haltung, kann den Segen Gottes aber nicht erzwingen.

Andacht ist Mahlzeit

Ein Gedanke, der mir diesbezüglich als sehr hilfreich erschien, habe ich neulich in einem Vlog von Steve Winn gehört. Er vergleicht die Andacht mit einer Mahlzeit und sagt: Wenn ich satt bin, stehe ich auf. Nicht vorher, aber ich bleibe auch nicht sitzen, wenn ich schon satt bin. Und mit „satt sein“ ist schlicht ein neuer Gedanke gemeint, den man in den Tag mitnehmen kann.

Also: Wie lange soll ich Andacht machen? Andachten können sehr kurz sein. Das ist in Ordnung. Manchmal können sie auch lang dauern. Man sollte hier flexibel sein und sich auf die Führung Gottes verlassen. Man muss genügend Zeit mitbringen, aber auch bereit sein, sich schon früher weltlichen Arbeiten zuzuwenden, als gedacht. Das ist keine Sünde. „Und er heißt mich geh’n und ich solls versteh’n, er all mein sehnen stillet“ heißt es in dem wunderschönen Lied „In dem Garten“, das von der persönlichen Andacht handelt.

Die Andacht hört nicht auf

Es ist nämlich so: Wenn man sich der täglichen Arbeit zuwendet, sollte das persönliche Gespräch mit Jesus nicht enden. Andachtskiller Nummer 1 sind weltlich motivierte Aktivitäten vor oder nach der Andacht. Wenn wir unsere Gedanken außerhalb der Andachtszeit an weltlichen Dingen hängen, wie sollen sie sich plötzlich während der Andachtszeit an Jesus hängen? Wenn wir auch während unseren täglichen Aufgaben immer wieder an ihn denken, mit ihm reden, über seine Worte nachdenken – dann wird auch unsere Andachtszeit ganz automatisch länger und inniger.

Fazit

Frau mit Bibel bei der Andacht und beim Gebet

Wir können unsere Andacht nicht verbessern, indem wir während der Andachtszeit Bußübungen machen und die Zeit mit Bibel und Gebet künstlich in die länge ziehen. Unsere Andachtszeit wird wertvoller, wenn wir ungeistlichen Gedanken und Aktivitäten keinen Raum in unserem Leben geben. Gott gibt uns jeden Morgen wieder aufs Neue die Chance, ihm das Kostbarste unserer Gedanken und Gefühle zu schenken. Wir können nicht plötzlich während unserer Andachtszeit zu geistlichen Menschen transformieren. Genauso wenig können wir weltliche Einflüsse aus unserem Leben beseitigen, wenn wir Gott nicht das die erste und beste Zeit des Tages widmen. Nicht als lange Bußübung, sondern als aufrichtiges Zeichen der eigenen Hingabe.

Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß. Der HERR ist mein Teil, spricht meine Seele; darum will ich auf ihn hoffen. Lam Denn der HERR ist freundlich dem, der auf ihn harrt, und der Seele, die nach ihm fragt. Es ist ein köstlich Ding, geduldig sein und auf die Hilfe des HERRN hoffen.

Klagelieder 3,22-26

Mattis Fichte

14. Der Schluss von Psalm 91 – Ingo Sorke

In dieser Zoom-Andacht spricht Bruder Ingo Sorke über die letzten Verse des 91. Psalms:

Auf Löwen und Ottern wirst du treten, junge Löwen und Schlangen wirst du niedertreten. Weil er Wonne an mir hat, will ich ihn erretten; ich will ihn in Sicherheit setzen, weil er meinen Namen kennt. Er wird mich anrufen, und ich werde ihm antworten, ich werde bei ihm sein in der Bedrängnis; ich werde ihn befreien und ihn verherrlichen. Ich werde ihn sättigen mit Länge des Lebens und ihn schauen lassen meine Rettung.

Psalm 91,13-16

Den Downloadlink und weitere Videos mit Ingo Sorke findet man hier: https://salzdererde.org/videos/sprecher/ingo-sorke/

Materiality

We chose all substance – what remains, 
The mystical sectarian gains; 
All that each claims each shall possess, 
Nor grudge each other’s happiness. 

An immaterial God they choose, 
For such a God we have no use, 
An immaterial heaven and hell; 
In such a heaven we can not dwell. 

We claim the earth, the air and sky, 
And all the starry worlds on high; 
Gold, silver, ore and precious stones, 
And bodies made of flesh and bones. 

Such is our hope, our heaven, our all, 
When once redeemed from Adam’s fall; 
All things are ours and we shall be, 
The Lord’s in all eternity. 

Dieses Gedicht wurde einem anonym veröffentlichten Artikel aus dem „Review and Herald“ vom 18. August 1858 mit dem Titel „Immateriality“ entnommen. Die Übersetzung des Artikels kann hier aufgerufen werden.

Christi unentbehrlichste Gabe an die Gemeinde – Ellen White

In diesem Artikel, der am 19. November 1908 im Review and Herald veröffentlicht wurde, beschreibt Ellen White auf eindrucksvolle Art und Weise die Bedeutung und Wirkungsweise des Heiligen Geistes. Übersetzt von Tobias Fichte. PDF

Hörtext „Christi unentbehrlichste Gabe an die Gemeinde – Ellen White“ – Herunterladen

Christi unentbehrlichste Gabe an die Gemeinde

Ellen White

Bevor er sich als Opfer hingab, begehrte Christus, seinen Nachfolgern die unentbehrlichste und vollkommenste Gabe zu verleihen, eine Gabe, die grenzenlose Quellen der Gnade für sie erreichbar machen würde. „Ich werde den Vater bitten“, sagte er, „und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht noch ihn erkennt. Ihr erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich werde euch nicht verwaist zurücklassen, ich komme zu euch.“ (Joh 14,16-18)

Der Heilige Geist – die Gabe Gottes

Der Geist war vordem in der Welt gewesen; vom Ursprung des Erlösungswerks hatte er an den Herzen der Menschen gewirkt. Aber während Christus auf der Erde war, hatten die Jünger keinen anderen Helfer begehrt. Erst als sie von seiner Gegenwart getrennt wurden, fühlten sie das Bedürfnis nach dem Geist, und dann kam er [engl. „he“ – männlich].

Stellvertreter Christi

Der Heilige Geist ist Christi Stellvertreter, jedoch entäußert der menschlichen Personalität und von dieser unabhängig. Durch die Menschlichkeit beschränkt, konnte Christus nicht persönlich an jedem Ort sein. Deshalb war es in ihrem Interesse, dass er zum Vater gehen und den Geist als seinen Nachfolger auf Erden senden sollte. Niemand konnte sodann aufgrund seines Orts oder seines persönlichen Kontakts mit Christus irgendeinen Vorteil haben. Durch den Geist würde der Erlöser allen zugänglich sein. In diesem Sinne würde er ihnen näher sein als wenn er nicht aufgefahren wäre.

Der verdorbene Charakter des Menschen – und das einige Heilmittel dagegen

flammen heiliger Geist ellen white Gabe

Der Tröster wird  „der Geist der Wahrheit“ genannt. Sein Werk ist es, die Wahrheit zu erläutern und aufrechtzuerhalten.  Er wohnt zuerst als Geist der Wahrheit im Herzen und wird auf diese Weise zum Tröster. Es ist Trost und Frieden in der Wahrheit, in der Falschheit kann dagegen kein echter Friede oder Trost gefunden werden. Es sind falsche Theorien und Traditionen, durch welche Satan seine Macht über den [menschlichen] Geist [engl. „mind“] gewinnt. Indem er Menschen zu falschen Maßstäben leitet, verunstaltet er den Charakter. Durch die Schrift spricht der Heilige Geist zum [menschlichen] Geist und schärft dem Herzen die Wahrheit ein. Auf diese Weise entlarvt er den Irrtum und verbannt ihn aus der Seele. Es ist mittels des Geistes der Wahrheit, der durch das Wort Gottes arbeitet, dass Christus sich sein auserwähltes Volk unterstellt.

Indem er seinen Jüngern das Wirken des heiligen Geistes beschrieb, wollte Jesus sie mit der Freude und Hoffnung erfüllen, die sein eigenes Herz erfüllten. Die mächtige Hilfe, mit der er seine Gemeinde ausgestattet hatte, erfüllte ihn mit Freude. Der Heilige Geist war die höchste aller Gaben, die er von seinem Vater für die Erhebung seines Volkes erbitten konnte. Der Geist sollte als umgestaltende Kraft gegeben werden, und wenn dies nicht geschehen würde, wäre das Opfer Christi vergeblich gewesen. Die Kraft des Bösen erstarkte über Jahrhunderte, und die Unterwerfung der Menschen unter diese satanische Knechtschaft war erstaunlich. Der Sünde konnte nur widerstanden, sie konnte nur überwunden werden durch die mächtige Hilfe der dritten Person der Gottheit, die nicht mit eingeschränkter Energie, sondern in der Fülle göttlicher Kraft kommen würde. Es ist der Geist, der wirksam macht, was durch den Erlöser der Welt erreicht wurde. Es ist der Geist, durch den das Herz rein gemacht wird. Durch den Geist wird der Gläubige ein Teilhaber der göttlichen Natur.  Christus hat seinen Geist als eine göttliche Kraft gegeben, um alle ererbten und gepflegten Neigungen zum Bösen zu überwinden, und um seinen eigenen Charakter seiner Gemeinde aufzuprägen.

Christus identifiziert sich mit Menschen

Jesus sagte von dem Geist: „Er wird mich verherrlichen.“ Der Erlöser kam, um den Vater durch die Darstellung seiner Liebe zu verherrlichen; so sollte der Geist Christus verherrlichen, indem er dessen Gnade der Welt offenbarte. Das genaue Abbild Gottes soll in der Menschheit wiederhergestellt werden. Die Ehre Gottes, die Ehre Christi geht mit der Vollkommenheit des Charakters seines Volkes einher.

„Und wenn er [der Geist der Wahrheit] gekommen ist, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und von Gericht.“ (Joh 16,8) Das Predigen des Wortes wird vergeblich sein ohne die stetige Gegenwart und Hilfe des Heiligen Geistes. Dies ist der einzige wirksame Lehrer der göttlichen Wahrheit. Nur wenn die Wahrheit vom Geist zum Herzen begleitet wird, wird sie das Gewissen wecken und das Leben umwandeln. Man mag in der Lage sein, das Wort Gottes dem Buchstaben nach darzulegen, man mag vertraut sein mit all seinen Geboten und Verheißungen; doch wenn nicht der Heilige Geist in alle Wahrheit leitet, werden keine Seelen auf den Felsen fallen und zerbrechen. Kein Maß an Bildung, keine Vorzüge, wie groß sie auch immer sein mögen, können den Menschen ohne die Kooperation des Geistes Gottes zu einem Kanal des Lichts machen. Das Säen des Samens des Evangeliums wird kein Erfolg sein, wenn der Same nicht durch den Tau des Himmels zum Leben erweckt wird. Bevor ein Buch des neuen Testaments geschrieben war, bevor eine Predigt des Evangeliums nach der Himmelfahrt Christi gepredigt worden war, kam der Heilige Geist auf die betenden Apostel. Ihre Feinde bezeugten daraufhin: „Ihr habt Jerusalem mit eurer Lehre erfüllt.“ (Joh 5,28)

Die Verheißung des Geistes – eine ewige Zusage

Jesus hat die Gabe des Heiligen Geistes seiner Gemeinde verheißen, und die Verheißung gehört uns im gleichen Maße wie den ersten Jüngern. Aber wie jede andere Verheißung auch ist sie an Bedingungen geknüpft. Es gibt viele, die an die Verheißung des Herrn Glauben und sie für sich in Anspruch nehmen; sie sprechen von Christus und dem Heiligen Geist und empfangen dennoch keinen Nutzen. Sie übergeben ihre Seele nicht der Führung und Kontrolle göttlicher Kräfte. Wir können den Heiligen Geist nicht benutzen. Der Geist benutzt uns. Durch den Geist wirkt Gott in seinem Volk „sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen.“ (Phil 2,13) Viele unterstellen sich dem jedoch nicht. Sie möchten sich selbst führen. Aus diesem Grund erhalten sie die himmlische Gabe nicht. Nur denjenigen, die demütig auf Gott harren, die nach seiner Führung und Gnade Ausschau halten, wird der Geist gegeben. Die Kraft Gottes sehnt sich ihrem Verlangen und ihrer Aufnahme entgegen. Diese verheißene Segnung, im Glauben empfangen, bringt alle anderen Segnungen mit sich. Sie wird nach dem Reichtum der Gnade Christi gegeben, und er ist bereit, sie jeder Seele nach ihrem Aufnahmevermögen auszuteilen.

Die verändernde Kraft des Lebens Jesu

seascape under sunlight covered by clouds
Photo by Timo Volz on Pexels.com

Wenn der Geist Gottes vom Herzen Besitz nimmt, wandelt er das Leben um. Sündhafte Gedanken werden hinweggetan, bösen Taten wird entsagt; Liebe, Bescheidenheit und Friede nehmen den Platz von Ärger, Neid und Streit ein. Freude tritt an die Stelle von Traurigkeit, und die menschliche Haltung spiegelt die Freude des Himmels wider. Niemand erblickt die Hand, die die Last wegnimmt, oder sieht das von den himmlischen Höfen herabkommende Licht. Der Segen erfolgt, wenn die Seele sich selbst im Glauben Gott übergibt. Dann schafft jene Kraft, die kein menschliches Auge sehen kann, ein neues Wesen im Bilde Gottes.

Der Heilige Geist ist der Atem des geistlichen Lebens in der Seele. Die Ausstattung mit dem Geist ist die Ausstattung mit dem Leben Christi. Sie durchwirkt den Empfänger mit den Eigenschaften Christi. Nur diejenigen, die auf diese Weise von Gott unterrichtet werden, die das innere Wirken des Geistes besitzen, und in deren Leben sich das Leben von Christus offenbart, sind dafür geeignet, die Gemeinde als Diener zu repräsentieren.

Die Religion, die von Gott kommt, ist die einzige Religion, die auch zu Gott führt. Um ihm recht zu dienen, müssen wir aus dem göttlichen Geist geboren sein. So wird das Herz gereinigt und der Geist erneuert, um uns ein neues Vermögen für dafür zu geben, Gott zu kennen und zu lieben. So wird uns ein williger Gehorsam gegenüber all seinen Forderungen zuteil. Das ist wahre Anbetung. Sie ist die Frucht des Wirkens des Heiligen Geistes. Jedes ernsthafte Gebet wird vom Geist eingegeben, und solch ein Gebet ist bei Gott annehmbar. Wo auch immer eine Seele sich nach Gott ausstreckt,  manifestiert sich das Wirken des Geistes, und Gott wird sich dieser Seele offenbaren. Nach solchen Anbetern sucht er. Er wartet darauf, sie zu empfangen und sie zu seinen Söhnen und Töchtern zu machen. 

Gott nimmt die Menschen wie sie sind, und bildet sie für seinen Dienst aus, wenn sie sich ihm ausliefern. Der Geist Gottes, in die Seele aufgenommen, wird ihre gesamten Fähigkeiten beflügeln. Unter der Führung des Heiligen Geistes erfährt der [menschliche] Geist, uneingeschränkt Gott gewidmet,  eine harmonische Entwicklung, und wird dafür gestärkt, die Anfordernisse Gottes zu erfassen und zu erfüllen. Der schwache,  schwankende Charakter wird verändert zu einem der Stärke und Standhaftigkeit. Kontinuierliche Hingabe gründet eine derartige Verbindung zwischen Jesus und seinem Jünger, dass der Christ ihm in Geist und Charakter gleich wird. Durch eine Verbindung mit Christus werden seine Ansichten klarer und weiter. Seine Einsichten werden tiefer, sein Urteil ausgewogener. Derjenige, der sich danach sehnt, Christus zu dienen, wird solcherart durch die lebensspendende Kraft der Sonne der Gerechtigkeit angeregt, dass er befähigt wird, zur Ehre Gottes viele Früchte zu tragen.

Vorraussetzungen für die Gabe des Geistes 

Die ersten Jünger gingen das Wort predigend voran. Sie offenbarten Christus in ihrem Leben, „während der Herr mitwirkte und das Wort durch die darauf folgenden Zeichen bestätigte.“ Diese Jünger bereiteten sich auf ihr Werk vor. Vor dem Pfingsttag versammelten sie sich und taten alle Differenzen beiseite. Sie waren eines Sinns. Sie glaubten der Verheißung von Christus, dass der Segen gegeben werden würde, und sie beteten im Glauben. Sie baten nicht nur um einen Segen für sich selbst; auf ihnen lag die Last für die Rettung von Seelen. Das Evangelium sollte zu den äußersten Teilen der Erde getragen werden, und sie beanspruchten die Ausstattung mit der von Christus verheißenen Kraft. Da geschah es, dass der Heilige Geist ausgegossen wurde, und tausende bekehrten sich an einem Tag.

So kann es auch jetzt geschehen. Lasst anstelle der Spekulationen von Menschen das Wort Gottes verkündet werden. Lasst Christen ihre Streitigkeiten beiseite legen und sich Gott für die Rettung der Verlorenen zur Verfügung stellen. Lasst sie im Glauben um die Segnung bitten, und sie wird kommen. Die Ausgießung des Geistes in den apostolischen Tagen war der „Frühregen“, und das Ergebnis war herrlich. Der Spätregen wird noch mächtiger sein. 

Alle, die Seele,  Körper und Geist Gott weihen, erhalten dauerhaft eine neue Ausstattung physischer und mentaler Kraft. Die unerschöpflichen Vorräte des Himmels stehen ihnen zur Verfügung. Christus gibt ihnen den Atem seines eigenen Geistes, das Leben seines eigenen Lebens. Der Heilige Geist bringt seine [engl. „its“  – sächlich] höchsten Energien hervor, um an Herz und Geist zu wirken.  Die Gnade Gottes vergrößert und vervielfacht ihre Fähigkeiten, und jede Vollkommenheit der göttlichen Natur steht ihnen in der Arbeit der Seelenrettung bei. Durch die Zusammenarbeit mit Christus sind sie in ihm vollkommen, und in ihrer menschlichen Schwäche werden sie zu Taten der Allmacht befähigt.

Übersetzung: Tobias Fichte

Das Gleichnis von Lazarus – Ellen White

In diesem Text, der ein Kapitel aus dem Buch Christi Gleichnisse (Bilder vom reiche Gottes) darstellt, wird anhand des Gleichnisses vom reichen Mann und armen Lazarus auf eindrückliche Weise die Lehre vom Zustand der Toten und Ende der Gnadenzeit beschrieben. Englischer Ursprungstext. Übersetzt von Jens Paulus. PDF

Hörtext von „Das Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus – Ellen White“ – Herunterladen

Das Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus

19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 20 Es war aber ein Armer namens Lazarus, der lag vor dessen Tür voller Geschwüre 21 und begehrte, sich zu sättigen von den Brosamen, die vom Tisch des Reichen fielen; und es kamen sogar Hunde und leckten seine Geschwüre. 22 Es geschah aber, dass der Arme starb und von den Engeln in Abrahams Schoß getragen wurde. Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. 23 Und als er im Totenreich seine Augen erhob, da er Qualen litt, sieht er den Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. 24 Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich über mich und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme! 25 Abraham aber sprach: Sohn, bedenke, dass du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben und Lazarus gleichermaßen das Böse; nun wird er getröstet, du aber wirst gepeinigt. 26 Und zu alledem ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, so dass die, welche von uns zu euch hinübersteigen wollen, es nicht können, noch die, welche von dort zu uns herüberkommen wollen. 27 Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, dass du ihn in das Haus meines Vaters sendest – 28 denn ich habe fünf Brüder –, dass er sie warnt, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual kommen! 29 Abraham spricht zu ihm: Sie haben Mose und die Propheten; auf diese sollen sie hören! 30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn jemand von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun! 31 Er aber sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer aus den Toten auferstände!

Lk 16,19-31

2 Wege der Menschheit

Im Gleichnis des reichen Mannes und Lazarus zeigt Christus, dass die Menschen in diesem Leben ihr ewiges Schicksal entscheiden. Während der Bewährungszeit wird die Gnade Gottes jeder Seele angeboten. Aber wenn die Menschen ihre Gelegenheiten in Selbstvergnügung verschwenden, schneiden sie sich selbst vom ewigen Leben ab. Keine neue Bewährungszeit wird ihnen gewährt werden. Nach ihrer eigenen Wahl haben sie eine unüberwindbare Kluft zwischen ihnen und ihrem Gott befestigt.

Dieses Gleichnis zieht einen Gegensatz zwischen den Reichen, die nicht Gott zu ihrer Abhängigkeit gemacht haben und den Armen, die Gott zu ihrer Abhängigkeit gemacht haben. Christus zeigt, dass die Zeit kommt, in der die Stellung der beiden Klassen umgekehrt sein wird. Diejenigen, die arm sind in Gütern dieser Welt, aber Gott vertrauen und im Leiden geduldig sind, werden eines Tages erhöht werden über jenen, die in den höchsten Positionen sind, die die Welt geben kann, die aber nicht Gott ihr Leben übergeben haben.

Reichtum und die damit einhergehende Verantwortung

»Es war aber ein reicher Mann« sagte Christus, »der kleidete sich in Purpur und kostbare Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. Es war aber ein Armer namens Lazarus, der lag vor dessen Tür voller Geschwüre und begehrte sich zu sättigen mit den Brosamen, die vom Tisch des Reichen fielen. « Der reiche Mann gehörte nicht zu der Klasse, die durch den ungerechten Richter repräsentiert war, der seine Verachtung für Gott und den Menschen offen erklärte. Er behauptete ein Sohn Abrahams zu sein. Er behandelte den Bettler nicht mit Gewalt oder veranlasste ihn wegzugehen weil sein Anblick unzumutbar wäre. Wenn der arme, scheußliche Vertreter der Menschheit getröstet werden könnte, indem man ihn anschaut, war der reiche Mann willig ihn bleiben zu lassen. Aber er war in egoistischer Weise gleichgültig gegenüber den Bedürfnissen seines leidenden Bruders.

Es gab keine Krankenhäuser, in denen die Kranken hätten gepflegt werden können. Die Leidenden und Bedürftigen wurden in die Obhut derer gebracht, denen der Herr Wohlstand anvertraut hatte, damit sie Hilfe und Zuneigung bekämen. So war es mit dem Bettler und dem reichen Mann. Lazarus brauchte dringend Hilfe, denn er war ohne Freunde, Heim, Geld oder Essen. Doch war ihm erlaubt Tag für Tag in diesem Zustand zu bleiben, während der wohlhabende Edelmann jeden Wunsch erfüllt bekam. Derjenige, der reichlich fähig gewesen wäre die Leiden seines Mitgeschöpfs zu lindern, lebte für sich selber, wie viele heute leben.

Es gibt heute nahe neben uns viele, die hungrig sind, nackt, und obdachlos. Eine Vernachlässigung unsere Mittel an diese bedürftigen Leidenden weiterzugeben lädt eine Schuldenlast auf uns, die wir eines Tages fürchten müssen zu begegnen. Jede Be- gierde ist als Götzendienst verdammt. Jede egoistische Schwäche ist eine Straftat in Gottes Sicht.

Gott hatte den reichen Mann zu einem Verwalter seiner Mittel gemacht und es war seine Pflicht, sich um solche Fälle zu kümmern wie den des Bettlers. Das Gebot war gegeben worden »du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft« (5. Mose 6,5); und »du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18). Der reiche Mann war ein Jude, und er war mit dem Gebot Gottes vertraut. Aber er vergaß, dass er verantwortlich war für den Gebrauch seiner ihm anvertrauten Mittel und Fähigkeiten. Des Herrn Segnungen ruhten reichlich auf ihm, aber er verwendete sie egoistisch um sich selbst zu ehren, nicht seinen Schöpfer. Mit seinem Überfluss ging die Verpflichtung einher, seine Begabungen für die Erbauung der Menschheit einzusetzen. Das war des Herrn Gebot, aber der reiche Mann dachte nicht an seine Verpflichtung gegenüber Gott. Er verlieh Geld und nahm Zinsen für das, was er auslieh; aber er gab keine Zinsen zurück für das, was Gott ihm geliehen hatte. Er hatte Wissen und Talente, aber verbesserte sie nicht. Während er seine Rechenschaftspflicht Gott gegenüber vergaß, widmete er alle seine Kräfte der Vergnügung. Alles, womit er umgeben war, seine Runde der Belustigung, die Lobessprüche und Schmeicheleien seiner Freunde, dienten seinem egoistischem Genussleben. So vereinnahmt war er von der Gesellschaft seiner Freunde, dass er jeden Sinn verlor für seine Verantwortung, mit Gott in Seinem Ministerium der Gnade zu kooperieren. Er hatte Gelegenheit, das Wort Gottes zu verstehen und seine Lehren zu praktizieren; aber die Vergnügung liebende Gesellschaft, die er wählte, beanspruchte so seine Zeit, dass er den Gott der Ewigkeit vergaß.

Ewige Konsequenzen unserer Entscheidungen

photograph of a burning fire
Photo by moein moradi on Pexels.com

Die Zeit kam, dass eine Veränderung in den Umständen der beiden Männer stattfand. Der arme Mann hatte Tag für Tag gelitten, aber er hatte geduldig und still ausgehalten. Im Laufe der Zeit starb er und wurde begraben. Es gab keinen, der um ihn trauerte, aber durch seine Geduld im Leiden bezeugte er Christus. Er hatte die Probe seines Glaubens überdauert, und sein Tod wird mit der Darstellung beschrieben, er werde von den Engeln in Abrahams Schoß getragen.

Lazarus repräsentiert die leidenden Armen, die an Christus glauben. Wenn die Trompete ertönt und alle, die in den Gräbern sind, Christi Stimme hören und herauskommen, werden sie ihren Lohn empfangen; denn ihr Glaube an Gott war keine bloße Theorie, sondern eine Wirklichkeit.

»Es starb aber auch der Reiche und wurde begraben. Und als er im Totenreich seine Augen erhob, da er Qualen litt, sieht er den Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß. Und er rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich über mich und sende Lazarus, dass er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und meine Zunge kühle; denn ich leide Pein in dieser Flamme!«

Persönlicher Hintergrund zur Dreieinigkeitsfrage – Dr. Ingo Sorke

In diesem Glaubenszeugnis beschreibt der Prediger und Universitätsdozent Ingo Sorke, wie er durch intensives Studium des Neuen Testaments die Lehre der Dreieinigkeit ablegte und wie anschließend seine Situation in der Gemeinde aussah. PDF
Seite von Ingo Sorke
Video seines Interviews mit uns
Interviews mit weiteren Predigern

Ein einfacher, praktikabler Vorschlag

Ich schlage schlicht und einfach eine Rückkehr zu der Formulierung unserer Glaubenspunkte vor, die vor 1980 bestand hatte, insbesondere in Bezug auf die Punkte 2 bis 5. Als unterstützender Siebenten-Tags Adventist glaube ich an Gott den Vater, seinen buchstäblichen Sohn Jesus Christus und an deren Heiligen Geist:

„Als aber die Fülle der Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe, geboren unter Gesetz, (5)  auf dass er die, welche unter Gesetz waren, loskaufte, auf dass wir die Sohnschaft empfingen. (6)  Weil ihr aber Söhne seid, so hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt, der da ruft: Abba, Vater! (7)  Also bist du nicht mehr Knecht, sondern Sohn; wenn aber Sohn, so auch Erbe durch Gott.“

(Gal 4,4-7)

Die trinitarische Drei-in-eins-Ausdrucksweise geht über die Offenbarung der Heiligen Schrift und des Geistes der Weissagung hinaus. Mein Ziel in Bezug auf Theologie: „So einfach wie möglich, so schwierig wie nötig“ (Eberhard Jüngel, Tübingen).

Meine grundsätzlichen Schlussfolgerungen sind als Traktate frei zugänglich (s. unten) und es wird weiteres konstruktives und verdeutlichendes Material folgen. Da ich (wie Paulus und Daniel) einen Ganztags-Job habe, braucht das allerdings etwas Zeit.

Eine persönliche Perspektive – Was ist passiert?!

Interview mit Ingo Sorke

Wie ich in dieses Thema überhaupt erst geraten bin … [momentan überarbeite ich diesen Abschnitt regelmäßig – bitte schaut öfters auf  http://www.ingosorke.com nach]

Über Jahre kamen in meinem Kopf Fragen auf, wenn ich die Lehre der Dreieinigkeit vorstellte – nicht, dass wir Gott auf irgendeine Weise vollständig verstehen könnten, aber dem Konzept der Dreieinigkeit fehlte ein „So spricht der Herr“, und es trotzte den Grundsätzen der Logik. Zudem sagten viele Verse, die wir verwendeten, um die Lehre zu verteidigen, nicht das aus, was wir sie aussagen ließen, was im besten Fall ziemlich beunruhigend und im schlimmsten Fall intellektuell unehrlich ist.

Das „TOSC“-Komitee zur Ordination

Dann kam das „TOSC“-Komitee zur Ordination in der Generalkonferenz (2012-2014). Nach einer aufschlussreichen Präsentation eines Predigers zu den Beziehungen innerhalb der Gottheit stand ein hochrangiger Bibellehrer auf und verkündete kategorisch (in meiner Wahrnehmung!): „Gott hat keinen Sohn!“ Ich war perplex – und beschloss, dieses Thema als nächstes zu studieren. [Jener Gelehrte hat mittlerweile klargestellt, dass Gott keinen „natürlichen“ Sohn, wie Menschen durch Fortpflanzung, zeugte. Ich allerdings vertrete den Standpunkt, dass Gott einen wortwörtlichen Sohn zeugte, wobei die Details diesbezüglich nicht offenbart wurden.]

Als die Ordinationsdebatte ausgereizt und keine Lösung in Sicht war (sie war hoffnungslos gelähmt durch Analysen, Emotionen, Missverständnisse und vorgefasste Meinungen), hatte ich Gott bereits seit einer Weile gefragt, was ich als nächstes studieren sollte. Während der gesamten Ordinationsdebatte wusste ich, dass es noch etwas anderes in unserem theologischen Austausch gab, das verquer war – ich konnte nur nicht genau sagen, was. Aber hier lag es: Die Sohnschaft und wahre Identität Jesu Christi, das wirkliche Kernstück des Großen Kampfes und der Tiefe und Höhe des Evangeliums.

Bibelstudium

Aus diesem Grund machte ich mich daran, das gesamte Neue Testament (auf Griechisch) zu lesen und dabei schlicht auf den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist zu achten – ohne weitere Literatur oder Quellen.

Erneut war ich perplex aufgrund der klaren und fortlaufenden Unterscheidung zwischen Gott und Seinem Sohn Jesus Christus und aufgrund der Abwesenheit von Standardphrasen wie „Gott der Sohn“ und „Gott der Geist“. Die Einleitungen der neutestamentlichen Briefe erweckten ganz besonders meine Aufmerksamkeit. Hier nur ein Beispiel (es funktioniert bei jedem Brief!):

„Gnade euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“

(Röm 1,7)

Wohlgemerkt: Ich stehe zu diesem Zeitpunkt in keinerlei Kontakt zu anti-trinitarischen Bewegungen, Menschen, Schriften oder Quellen. Ich lese einfach nur, studiere und denke nach. Allein mit dem Alleinigen!

Ich machte mir Joh 17,3, 1. Kor 8,6, 1. Kor 11,3, Eph 4,5, 1. These 1,9-10, 1. Tim 2,5 und 2. Joh 3 freudig zu eigen. Welch‘ kostbare Wahrheit!

Dann legte während einer Gemeindekonferenz, bei der ich Seminare hielt, ein Sprecher die Beziehung zwischen Jesus und seinem Vater dar. Ich richtete mich in meinem Stuhl auf und stupste meine Frau an: „Der da weiß, was ich auch weiß!“

Ich wurde schließlich auf einen Daniel Mesa und einen Allen Davis hingewiesen – Pastoren, die ich kurz auf einem Symposium zur Ordination getroffen hatte, die ich aber nicht persönlich kannte, geschweige denn mit ihnen kommuniziert hätte. Zu meiner Überraschung studierten auch sie gerade die Dreieinigkeits-Probelmatik und kamen unabhängig zu ähnlichen Schlussfolgerungen. 

Campmeeting in Michigan

Zu dieser Zeit wurde ich auch auf das Michigan Camp Meeting eingeladen, um über das Thema der Dreieinigkeit zu sprechen. Ich nahm die Einladung bereitwillig an und studierte weiter. Ein paar Wochen vor dem Campmeeting (Sommer 2016) wurde mir bewusst, dass ich die Lehre der Dreieinigkeit (in der Bedeutung „3 göttliche Personen = 1 Gott“, wie sie traditionsgemäß und in unseren Glaubenspunkten formuliert wird) nicht mehr guten Gewissens vertreten konnte, insbesondere nicht mit der Bibel in der einen und dem Geist der Weissagung in der anderen Hand. Mir schwante langsam, dass ich in großen Schwierigkeiten war!

Die Veranstalter erlaubten es mir dankenswerterweise, über ein anderes Thema zu sprechen. Ich nahm die Gelegenheit wahr, an einem Seminar zur Dreieinigkeit teilzunehmen. In bestürztem Unglauben folgte ich dem mir nun vertrauten fälschlichen Gebrauch der Heiligen Schrift zu diesem Thema und dem Übersehen (Vermeidung?) von Schlüsselzitaten Ellen Whites. Ich las das Buch des Sprechers (den ich sehr respektierte) sorgfältig durch, machte Unterstreichungen und Notizen.

Die 28 Glaubenspunkte

Im Sommer 2017 kamen Verantwortliche der NAD (Nord-Amerikanischen Division) und teilten unserem theologischen Lehrstuhl an der „Southwestern Adventist University“ mit, dass alle theologischen Hochschullehrer bald ein Bekenntnisschreiben zu den 28 Glaubenspunkten der Gemeinde unterschreiben müssten. (Ich glaube nicht, dass dies irgendwie mit meiner Situation in Verbindung stand.) Falls ein Hochschullehrer in irgendeiner Weise diesen Glaubenspunkten nicht zustimmen könnte, sollte ein Prozess der kollegialen Begutachtung der Glaubensansichten dieses Hochschullehrers initiiert werden. Ich sah die Schrift an der Wand, doch es sollte für mich nie zu dieser Begutachtung kommen.

Das Anfang vom Ende

Nachdem ich einigen relevanten, keineswegs feindseligen Fragen zur Dreieinigkeit auf Facebook einen „Like“ gab, führte eins zum anderen und ich wurde von einigen Camp Meetings 2017 und 2018 wegen dieser Sache wieder ausgeladen. Manche dieser Absagen geschahen in gegenseitigem Einvernehmen mit Herzlichkeit und Respekt. Es war nicht mein Motiv, den Ruf irgendeiner Gemeindeinstanz oder von Leitern der Gemeinde zu beschädigen. „Tastet meine Gesalbten nicht an(1. Chr 16,22; Ps 105,15). Das war einer der Gründe, warum ich mich nicht in theologische Debatten in den sozialen Medien einmischte. Der Umgangston (Sarkasmus, Ironie, Herabsetzung, Spott, usw.) ist einem Dialog über göttliche Dinge nicht angemessen.

Ein bloßer „Like“ … und schon kamen die Mails. Wohlgemerkt: Ich hatte zu diesem Zeitpunkt über anti-trinitarische Ansichten weder gesprochen, geschrieben, veröffentlicht, gepredigt noch gelehrt. Aber ich stellte schnell fest, dass ein Angestellter unserer Denomination Ellen White leugnen kann, 1844, das himmlische Heiligtum, die Ewigkeit der zehn Gebote oder die Dauer des Sabbats von Freitag Abend bis Samstag Abend (von der Kanzel!), ohne dass dies Auswirkungen hätte. Aber wenn man die Lehre der Dreieinigkeit auch nur anrührt, fällt die Axt schnell. Unglücklicherweise werden rationales Erwägen, biblischer Dialog und der geschichtliche Zusammenhang überschattet von emotionalen, reflexartigen Reaktionen und Abweisung. Wenn sich die Pioniere im Grabe umdrehen könnten, das Innere ihrer Särge wäre bereits auf Hochglanz poliert. 

Ich honoriere sehr die Handvoll von Gelehrten, Predigern und Leitern, die sich um mich in einem Geist des Respekts und konstruktiven Dialogs bemühten. Das Gespräch von Angesicht zu Angesicht ist das Beste. (Etwas Essen hilft auch!)

Sommer 2018: Auf die Gefahr des temporären Verlusts hin

Nachdem ich einem Gemeindeleiter anvertraute, dass es das Beste für mich wäre, wegen des Rumorens der Gerüchteküche nicht an einem Campmeeting der Vereinigung teilzunehmen, verbreitete sich schnell die Kunde meiner historischen, prä-1980er Ansichten (welche ich, wie bereits erwähnt, zu diesem Zeitpunkt weder gelehrt, gepredigt noch veröffentlicht hatte). Ein paar Telefongespräche von Unbeteiligten im Mai 2018 führten zum Ende einer 20 Jahre lang währenden Laufbahn in der Lehre für unsere Gemeinschaft – über Nacht, ohne ein Studienkomitee, ohne kollegiale Begutachtung, ohne Rücksprache mit der Abteilung, ohne die vorgeschriebenen Prozesse unserer Denomination.

In meinen über 25 Jahren im Dienst für die Gemeinde – und während dieser schwierigen Sommertage – habe ich gelernt, dass es das Beste ist, miteinander von Angesicht zu Angesicht zu sprechen. Bedauernswerter Weise ist das häufig nicht der Fall. Wie viel Missverständnis und zwischenmenschliches Unheil könnte verhindert werden, wenn man diese einfachen Verfahren befolgen würde!

Am erstaunlichsten war ein Kommentar von einem Gemeindeverwaltungsleiter während all dem: „Ingo, du könntest Recht haben (!), aber sie müssen die Institution schützen.“

Kein Kommentar. Diese Aussage spricht Bände.

Die Notwendigkeit meiner Entlassung wurde offensichtlich – obwohl ich kein „neues Licht“ in Erwägung zog. Ich entdeckte und unterstütze einen Glauben, der über 100 Jahre lang tragfähig war!

Betet für den Spätregen – Ellen White

Dieser Artikel, der am 2. März 1897 im Review and Herald veröffentlicht wurde, legt dar, welche Vorraussetzungen an die Gemeinde Gottes gestellt werden, damit der Spätregen auf sie fällt. Übersetzt von Tobias Fichte. Die Teilüberschriften entstammen nicht dem Original. PDF

Hörtext des Artikels – Herunterladen

Die Bedeutung des Spätregens

Coverbild Spätregen Ellen White

Erbittet euch von dem HERRN Regen zur Zeit des Spätregens! Der HERR ist es, der die Wetterwolken macht, er lässt den Regen regnen“. „Und er lässt euch Regen herabkommen: Frühregen und Spätregen“. Im Osten fällt der Frühregen in der Zeit der Saat. Er ist notwendig, damit der Same keimen kann. Unter dem Einfluss der fruchtbar machenden Schauer beginnt der zarte Spross zu wachsen. Der Spätregen, der gegen Ende der Saison fällt, lässt das Getreide reifen und bereitet es auf die Ernte vor. Der Herr bedient sich dieser Vorgänge in der Natur, um das Werk des Heiligen Geistes darzustellen. Wie der Tau und der Regen zuerst gegeben werden, um den Samen sprießen zu lassen, und dann, um die Ernte reifen zu lassen, so wird der Heilige Geist gegeben, um das geistliche Wachstum von einer zur nächsten Stufe voran zu tragen. Das Reifen des Getreides stellt die Vollendung des Werkes der Gnade Gottes in der Seele dar. Durch die Kraft des Heiligen Geistes muss das moralische Bild Gottes im Charakter vervollkommnet werden. Wir müssen vollständig in das Ebenbild Christi verwandelt werden.

Die geistliche Deutung des Spätregens

Der Spätregen, der die Ernte der Erde reifen lässt, stellt die geistliche Gnade dar, die die Gemeinde auf das Kommen des Menschensohns vorbereitet. Doch wenn der Frühregen nicht gefallen ist, gibt es kein Leben; der grüne Halm wird nicht emporsprossen. Wenn nicht die frühen Schauer ihr Werk getan haben, kann der Spätregen keine Saat vervollkommnen.

Es gibt „zuerst Gras, dann eine Ähre, dann vollen Weizen in der Ähre.“ Christliche Tugenden müssen sich stetig entwickeln, die christliche Erfahrung stets voranschreiten. Danach sollten wir mit intensivem Sehnen streben, sodass wir ein Schmuck für Lehre Christi, unseres Heilands, sein können.

Vorraussetzungen für den Spätregen

Viele haben es in großem Maße versäumt, den Frühregen zu empfangen. Sie haben nicht all jene Wohltaten erlangt, die Gott auf diese Weise für sie vorbereitet hat. Sie erwarten, dass dem Mangel durch den Spätregen abgeholfen wird. Wenn das reichste Übermaß der Gnade verliehen werden wird, wollen sie ihre Herzen öffnen, um es zu empfangen. Sie unterliegen einem fürchterlichen Irrtum. Das Werk, das der Herr im menschlichen Herzen begonnen hat, indem er sein Licht und seine Erkenntnis gibt, muss kontinuierlich voranschreiten. Jeder einzelne muss seine eigene Not erkennen. Das Herz muss von jeder Verunreinigung befreit und für das Innewohnen des Heiligen Geistes gereinigt werden. Es geschah durch das Bekenntnis und Ablegen der Sünde, durch ernstes Gebet und die eigene Weihe für den Herrn, dass die damaligen Jünger sich auf die Ausgießung das Heiligen Geistes am Pfingsttag vorbereiteten. Das gleiche Werk, nur in größerem Ausmaß, muss jetzt getan werden. Damals mussten die menschlichen Mitarbeiter nur um den Segen bitten und darauf warten, dass der Herr das ihm gewidmete Werk vollendet. Es war Gott, der das Werk begann, und Er wird Sein Werk abschließen, indem er den Menschen in Christus vollkommen macht. Jedoch darf es keine Vernachlässigung jener Gnade geben, die der Frühregen repräsentiert. Nur diejenigen, die das empfangene Licht ausleben, werden größeres Licht empfangen. Wenn wir nicht täglich darin voranschreiten, aktive Vorbilder christlicher Tugenden zu sein, werden wir die Wirkung des Heiligen Geistes im Spätregen nicht erkennen. Er mag auf die Herzen um uns herum fallen, doch wir werden ihn weder wahrnehmen noch empfangen.

Notwendigkeit des Gebets
closeup photo of green grass field
Photo by Johannes Plenio on Pexels.com

Zu keinem Zeitpunkt unserer Erfahrung können wir auf die Hilfe verzichten, die uns den ersten Start ermöglicht. Die durch den Frühregen empfangenen Segnungen benötigen wir bis zum Ende. Diese allein werden jedoch nicht genügen. Während wir den Segen des Frühregens erfahren, dürfen wir andererseits die Tatsache nicht aus den Augen verlieren, dass die Ernte ohne den Spätregen, der die Ähren füllt und das Getreide reifen lässt, nicht für die Sichel bereit sein und die Arbeit des Sämanns umsonst gewesen sein wird. Göttliche Gnade ist am Beginn nötig, göttliche Gnade während jedes Schritts nach vorn, und göttliche Gnade allein kann das Werk abschließen. Es ist kein Raum für uns, in einer leichtsinnigen Haltung zu verharren. Wir dürfen niemals die Warnungen Christi vergessen: „Wachet im Gebet“, „Wachet, … und betet ohne Unterlass“. Eine Verbindung mit der göttlichen Hilfe ist in jedem Moment entscheidend für unseren Fortschritt. Wir haben vielleicht ein Maß des Geistes Gottes empfangen, aber durch Gebet und im Glauben müssen wir kontinuierlich noch mehr des Geistes begehren. Es wird zu keinem Zeitpunkt ausreichen, wenn wir unsere Bemühungen einstellen. Wenn wir nicht voranschreiten, wenn wir uns nicht in die Lage versetzen, um sowohl den Früh- als auch den Spätregen zu empfangen, werden wir unsere Seelen verlieren, und die Verantwortung dafür wird bei uns selbst zu finden sein.

Erbittet euch von dem HERRN Regen zur Zeit des Spätregens!“ Beruhige dich nicht damit, dass der Regen gemäß der Jahreszeit schon fallen wird. Bitte darum! Das Wachstum und die volle Reife des Samens liegt nicht allein am Ackerbauern. Gott allein kann die Ernte zur Reife bringen. Die Mitarbeit des Menschen ist jedoch unerlässlich. Gottes Werk für uns erfordert die Bewegung unseres Gemüts, die Übung unseres Glaubens. Wir müssen mit ganzem Herzen um seine Gunst ringen, wenn uns die Schauer der Gnade erreichen sollen. Wir sollten jede Gelegenheit nutzen, uns in den Kanal des Segens zu begeben. Christus sagte: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.“ Gemeindeversammlungen wie Campmeetings, Zusammenkünfte in der Hausgemeinde und alle Gelegenheiten, bei welchen persönliche Arbeit für Seelen getan wird, sind von Gott dafür vorgesehen, den Früh- und den Spätregen zu geben.

Persönliche Verantwortung

Es denke jedoch niemand, dass die Pflicht mit dem Besuch solcher Versammlungen getan wäre. Der Besuch aller abgehaltenen Zusammenkünfte bringt für sich gesehen der Seele noch keinen Segen. Es ist kein unumstößliches Gesetz, dass der Himmel alle, die große Versammlungen oder örtliche Treffen besuchen, reichlich segnet. Die Umstände mögen für ein reiches Ausgießen von Schauern der Gnade zuträglich erscheinen. Doch Gott selbst muss dem Regen gebieten, zu fallen. Deshalb sollte unser Flehen nicht nachlassen. Wir dürfen uns nicht auf den gewöhnlichen Gang der Vorhersehung verlassen. Wir müssen dafür beten, dass Gott die Schleusen des lebendigen Wassers öffnet, um es selbst zu empfangen. Lasst uns mit reuevollen Herzen und mit tiefer Ernsthaftigkeit darum beten, dass die Gnadenschauer jetzt, in der Zeit des Spätregens, auf uns niedergehen mögen. Bei jedem Treffen, dem wir beiwohnen, sollten unsere Bitten aufsteigen, dass Gott unseren Seelen genau jetzt Feuchtigkeit und Wärme verleihen möge. Wenn wir Gott um den Heiligen Geist bitten, wird er in uns Sanftmut, einen demütigen Geist und das Bewusstsein unserer Abhängigkeit von Ihm im Hinblick auf den vollkommenden Spätregen hervorrufen. Wenn wir im Glauben um den Segen bitten, werden wir ihn der Verheißung Gottes entsprechend empfangen.

Sacharjas Prophezeiung des Geistes

Die fortlaufende Hinwendung des Heiligen Geistes zur Gemeinde wir durch den Propheten Sacharja noch durch ein anderes Bild dargestellt, das eine wunderbare Lektion der Ermutigung für uns enthält. Der Prophet sagt [Sacharja 4]:

Und der Engel, der mit mir redete, kam wieder und weckte mich wie einen Mann, der aus seinem Schlaf geweckt wird. Und er sprach zu mir: Was siehst du? Und ich sagte: Ich sehe: und siehe, ein Leuchter ganz aus Gold und sein Ölgefäß oben auf ihm und seine sieben Lampen auf ihm, je sieben Gießröhren für die Lampen, die oben auf ihm sind; und zwei Ölbäume neben ihm, einer zur Rechten des Ölgefäßes und einer auf seiner Linken. Ich antwortete und sagte zu dem Engel, der mit mir redete: Was sind diese, mein Herr? … Da antwortete er und sprach zu mir: Dies ist das Wort des HERRN an Serubbabel: Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen. … Und ich antwortete und sagte zu ihm: Was sind diese zwei Ölbäume zur Rechten des Leuchters und zu seiner Linken? … Da sprach er: Dies sind die beiden Gesalbten, die bei dem Herrn der ganzen Erde stehen.

Sacharja Kapitel 4

Von den beiden Olivenbäumen wurde das goldene Öl durch goldene Röhren in das Ölgefäß und von dort in die goldenen Lampen geleitet, die dem Heiligtum Licht gaben. So wird Sein Geist von den Heiligen, die in der Gegenwart Gottes stehen, jenen Menschen übermittelt, die zu seinem Dienst geheiligt sind. Die Mission der beiden Gesalbten ist es, Gottes Volk mit Licht und Kraft zu versorgen. Sie stehen in der Gegenwart Gottes, um Segnungen für uns zu empfangen. Wie sich die Olivenbäume in die goldenen Röhren ergießen, so streben die himmlischen Botschafter danach, all das, was sie von Gott erhalten, weiterzugeben. Der ganze himmlische Schatz wartet darauf, von uns beansprucht und empfangen zu werden, und sowie wir den Segen empfangen, ist es an uns, ihn weiterzugeben. Auf diese Weise werden die heiligen Lampen gefüllt, und die Gemeinde wird zum Lichtträger in der Welt.

Der Tempel Salomos, ein Abbild des himmlischen Originals; Bild von Sweet Publishing / FreeBibleimages.org.

Dies ist das Werk, auf dessen Ausführung der Herr in dieser Zeit, in der die vier Engel die vier Winde halten, jede Seele vorbereiten will, damit die Winde nicht blasen bis die Knechte Gottes an ihren Stirnen versiegelt sind. Es ist jetzt keine Zeit für Selbstgefälligkeit. Die Lampen der Seele müssen geputzt sein. Sie müssen mit dem Öl der Gnade versorgt werden. Jede Vorsichtsmaßnahme muss ergriffen werden, um geistlichen Niedergang zu vermeiden, sonst wird der große Tag des Herrn über uns kommen wie ein Dieb in der Nacht. Jeder Zeuge für Gott soll sich jetzt auf intelligente Weise in die Reihen eingliedern, die Gott berufen hat. Wir sollten täglich eine tiefe und lebendige Erfahrung darin erlangen, einen vollkommenen christlichen Charakter auszubilden. Wir sollten täglich das heilige Öl empfangen, das wir an andere weitergeben können. Alle können Lichtträger für die Welt sein, wenn sie dies wollen. Wir müssen unser Selbst in Jesus aus unserem Blickfeld entfernen. Wir müssen das Wort des Herrn in Rat und Weisung annehmen und es froh weitergeben. Es bedarf jetzt vielen Gebets. Christus befiehlt: „Betet ohne Unterlass“, das bedeutet, richtet euer Bewusstsein bleibend aufwärts zu Gott hin, der Quelle aller Kraft und Leistungsfähigkeit.

Wir mögen lange dem engen Pfad gefolgt sein, aber das ist kein sicherer Beweis, dass wir bis zum Ende auf ihm weitergehen. Wenn wir mit Gott in der Gemeinschaft des Geistes gewandelt sind, dann deshalb, weil wir ihn täglich im Glauben gesucht haben. Von den beiden Olivenbäumen wurde das durch die beiden goldenen Röhren fließende Öl an uns weitergeleitet. Diejenigen jedoch, die den Geist und die Gewohnheit des Gebets nicht kultivieren, können nicht erwarten, das goldene Öl der Güte, Geduld, Langmut, Freundlichkeit und Liebe zu empfangen.

Der Weg der Heiligung

Jeder muss sich von der Welt, die voller Übertretung ist, fernhalten. Wir sollen nicht nur eine Zeit lang mit Gott gehen, um dann die Gemeinschaft mit ihm zu verlassen und in der Glut unseres eigenen Feuers zu laufen. Es bedarf einer festen Beständigkeit, einer Beharrlichkeit im Glaubenswandel. Wir sollen Gott preisen, seine Herrlichkeit in einem gerechten Charakter sichtbar werden lassen. Keiner von uns wird den Sieg erringen ohne beharrliche, unermüdliche Bemühungen, die dem Wert dessen, wonach wir suchen, nämlich das ewige Leben, entsprechen.

Die Dispensation in der wir jetzt leben, ist – sollte jemand danach fragen – die Dispensation des Heiligen Geistes. Bittet um seinen Geist. Es ist Zeit, unsere Andachten zu intensivieren. Uns ist das mühsame, aber frohe, ruhmreiche Werk anvertraut, Christus jenen zu offenbaren, die in Dunkelheit sind. Wir sind dazu berufen, die besonderen Wahrheiten für diese Zeit zu verkünden. Für all dies ist die Ausgießung des Geistes entscheidend. Wir sollten dafür beten. Der Herr erwartet von uns, Ihn zu bitten. Wir sind dieses Werk bislang nicht mit ganzem Herzen angegangen.

Was kann ich meinen Geschwistern im Namen des Herrn sagen? In welcher Weise entsprechen unsere Bemühungen dem Licht, das der Herr uns gewährt hat? Wir können uns nicht auf äußere Formen oder externe Maschinerie verlassen. Was wir brauchen ist der belebende Einfluss des Heiligen Geistes Gottes. „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der HERR der Heerscharen.“ Betet unaufhörlich, und gebt acht, auch entsprechend eurer Gebete zu handeln. Wenn du betest, glaube, vertraue auf Gott. Es ist die Zeit des Spätregens, in der der Herr reichlich von seinem Geist geben will. Seid anhaltend im Gebet, und wacht im Geist.

E.G. White, Review and Herald, 2. März 1897 (Übersetzung: T. Fichte)

Die Zerstörung Jerusalems – Alonzo T. Jones

Vorliegender Artikel beleuchtet anhand der Zerstörung Jerusalems die Parallelen Israels, Roms und den USA in der Ablehnung des wahren Sabbats. Erschienen am 21. November 1900 in 
„The Signs of the Times“. Übersetzt von Mattis und Tobias Fichte. PDF

„Die Zerstörung Jerusalems“ von Alonzo T. Jones als Hörtext – Herunterladen
„Die Zerstörung vom Tempel Jerusalems“ – Francesco Hayez

Was die Zerstörung Jerusalems angeht, so haben wir gesehen, dass es falsche Ansichten über den Sabbat waren, die über die wahren gesetzt wurden und die Nation der Juden dazu brachten, Jesus abzulehnen, zu verfolgen und umbringen zu wollen; dass es diese Ablehnung Seiner Person war, die die Zerstörung verursacht hat. Sie lehnten Ihn ab und brachten Ihn um, auf dass nicht die Römer kämen und ihnen sowohl ihr Land als auch ihre Nation wegnähmen. Ihre Ablehnung des Sabbats des Herrn und damit dessen, der der Herr des Sabbats war und ist, führte den Ruin dieser Nation herbei.

Es ist hier nicht wichtig, näher auf die Details der Zerstörung Jerusalems und der jüdischen Nation einzugehen; sie sind wohlbekannt. Vielmehr geht es in unserem Studium hier darum, herauszufinden, welcher Zusammenhang zum großen Thema des zweiten Kommens unseres Herrn und dem Ende der Welt besteht. Lasst uns dieses Thema bis zum Ende verfolgen.

Ein Mittel zur Zerstörung

Alonzo T. Jones

Das Mittel zur Zerstörung Jerusalems und der jüdischen Nation waren die römischen Truppen: „Wenn ihr aber Jerusalem von Heerscharen umzingelt seht, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe gekommen ist!“ Die einzigen Truppen, die es zu jener Zeit gab, waren die römischen Truppen, denn „das römische Imperium füllte die Welt“. Und die römischen Truppen, die Jerusalem in der Erfüllung der durch Lukas aufgezeichneten Worte Jesu belagerten (Lk 21,20), waren der „Gräuel der Verwüstung, von dem durch Daniel, den Propheten, geredet ist“, stehend „an heiliger Stätte“, in der Erfüllung der Worte Jesu, die von Matthäus aufgezeichnet wurden (Mt 24,15). Wenn nun der „Gräuel der Verwüstung“, von dem Daniel, der Prophet, gesprochen hat, einmal die Bühne der Geschichte und der Prophetie betritt, wird er bis zum Kommen des Herrn und dem Ende der Welt bleiben.

Man beachte, dass Daniel in der Vision (Dan 7,7-11) ein viertes Tier sah, ein viertes
Königreich, welches Rom ist, „furchtbar und schreckenerregend“; „und es hatte zehn Hörner“. Als Daniel die zehn Hörner betrachtete, „stieg ein anderes, kleines Horn zwischen ihnen empor, und drei von den ersten Hörnern wurden vor ihm ausgerissen; und siehe, an diesem Horn waren Augen wie Menschenaugen und ein Mund, der große Worte redete“.

Daniel sah dieses „kleine Horn“, wie es handelte und redete, bis „einer, der alt war an Tagen, sich setzte“, und „[d]as Gericht setzte sich, und Bücher wurden geöffnet“. Und zu der Zeit des Gerichts sagt er: „Dann schaute ich wegen der Stimme der großen Worte, die das HORN REDETE; ich schaute, bis das Tier getötet und sein Leib zerstört und dem Brand des Feuers übergeben wurde“.

Er achtete wohlgemerkt auf das „kleine Horn“. Er betrachtete das „kleine Horn“ zur Zeit des Gerichts, und es erregte besonders wegen der „großen Worte, die das Horn redete“, seine Aufmerksamkeit. Und er betrachtete es weiter, bis – das Horn zerstört wurde? – Nein, sondern „bis das Tier getötet und sein Leib zerstört und dem Brand des Feuers übergeben wurde“. Damit ist völlig klar, dass das „kleine Horn“ nichts anderes als die Fortsetzung des Tiers ist, nur in anderer Form; das „kleine Horn“ ist so deutlich eine Fortsetzung des Geistes, der Eigenschaften und der Macht „des Tiers“, dass Daniel, als der Moment der Zerstörung des kleinen Horns gekommen ist, schreibt, DAS TIER wurde getötet und sein Leib zerstört, anstelle zu sagen, das Horn wurde zerstört. Somit wird also vollkommen deutlich, dass das Tier von dem Moment an, als es auftaucht, bis zum Kommen des Herrn und dem Ende der Welt fortbestehen wird, nur in einem anderen Stadium.

Wiederum: In Daniel 8,9-12 und 23-25 wird dieselbe Macht ebenfalls als „kleines Horn“ symbolisiert, das „übermäßig groß“ wurde; und es bleibt eindeutig bestehen bis zum Ende der Welt, wenn es bei der Aufrichtung von Gottes ewigem Königreich „ohne eine Hand“ zerbrochen wird, wenn der Stein losbricht, nicht durch Hände, der alle Königreiche der Erde zermalmt. Und in dieser Prophezeiung von Daniel 8 wird diese Macht unmittelbar mit dem „entsetzlichen Verbrechen“ in Verbindung gebracht, während in Daniel 11,31 und 12,11 dieselbe Macht deutlich als „verwüstender Gräuel“ bezeichnet wird. Und all diese Stellen verbindet, dass es bis zur „Zeit des Endes“ bzw. sogar bis zum Ende fortbesteht.

Und wiederum: Daniel 11,4 markiert das Zusammentreffen der Ereignisse, die den historischen und prophetischen Boden für die römische Macht bereiten. Und wenn die römische Macht auf den Plan tritt, sagt das Wort, dass es geschieht, „um die Vision zu erfüllen“ – „Gewalttätige deines Volkes [KJV: Kinder von Räubern] werden sich erheben, um die Vision zu erfüllen [KJV: aufzurichten]“. Das zeigt, dass die römische Macht der große Gegenstand der Vision ist; dass, welche Ereignisse auch immer dem Aufstieg dieser Macht vorausgehend beschrieben werden, diese nur als bestimmte Trittsteine gegeben sind bis zu der Zeit, zu der diese Macht aufkommen sollte. Und mit dem Erscheinen dieser Macht erscheint der eigentliche Gegenstand der Vision – die Vision wurde aufgerichtet. Und wenn diese Macht einmal die Szene betreten hat, bleibt sie in der einen oder anderen Gestalt bestehen bis zur Zeit des Kommens des Herrn und dem Ende der Welt.

Indem Jesus also den „Gräuel der Verwüstung, von dem durch Daniel, den Propheten, geredet ist“ zitierte, wies Er auf dasjenige hin, was bis zum Kommen des Herrn und dem Ende der Welt fortbestehen würde. Und dass Jesus diese Macht in seiner Rede mit den Zeichen Seines Kommens und dem Ende der Welt in Verbindung bringt, bestätigt, dass ihr Werdegang Aufschluss gibt über Sein Kommen und das Ende der Welt. Und indem Er diese Macht als diejenige anführt, die Verrat an Jerusalem begehen würde, bestätigt Er, dass die Zerstörung Jerusalems Aufschluss gibt über Sein Kommen und das Ende der Welt. Nun war es ihre Ablehnung des Herrn Jesus, die die Zerstörung ihrer Stadt und Nation durch die römische Macht über dieses Volk brachte – der „Gräuel der Verwüstung“. Und durch die schlichte Betrachtung der Evangelien haben wir gesehen, dass die Ablehnung des göttlichen Gedankens des Sabbats des Herrn zu ihrer Ablehnung des Herrn des Sabbats führte. Sie verfolgten Ihn und suchten, wie sie Ihn töten könnten, bis sie Ihn getötet hatten, um die Nation vor den Römern zu retten, verursachten dadurch jedoch gerade die Zerstörung durch die Römer.

Und dann, im späteren Verlauf ihrer Geschichte, lehnte diese römische Macht selbst, dieser Gräuel der Verwüstung, zur Zeit des Aufkommens des „kleinen Horns“ aus Daniel 7,8 den göttlichen Sabbat ab, um eine ganz menschliche Vorstellung des Sabbats aufzurichten. Sie lehnten den wahren Sabbat ab und richteten einen völlig verkehrten auf, indem sie den Tag des Herrn, den von Gott geschaffenen und eingesetzten Sabbattag, sogar durch einen anderen Tag – den Sonntag – ersetzten. Diejenigen, die dies taten, sagten: „Alle Verpflichtungen, die mit dem Sabbattag verbunden waren, haben WIR auf den Sonntag übertragen“. Die römische Macht erließ Gesetze, um alle dazu zu zwingen, den falschen Sabbat anstelle des richtigen zu akzeptieren. Alle, die den Sabbat des Herrn beobachteten, galten als „von Christus verflucht“, und wer den falschen nicht akzeptierte, wurde des Sakrilegs für schuldig befunden und sah sich den Strafen der römischen Macht – dem Gräuel der Verwüstung – ausgesetzt.

Was war nun die Folge dieser zweiten Verwerfung des Sabbats des Herrn und damit des Herrn des Sabbats? Was kam über die zweite Nation, die dies tat? – Sie endete gleichermaßen im Ruin und wurde ebenso vollständig von dieser Erde gefegt wie die jüdische Nation, die als erste den Himmel auf diese Weise herausforderte. Das Römische Reich wurde eben so vollständig zerstört wie die jüdische Nation.

Obstbäume Pflanzen nach der Methode Ellen Whites

Diese Artikel darüber, wie man Obstbäume pflanzen kann, ist ein Ausschnitt von meinem dritten Missionsbericht aus Amerika (s. hier). Hier geht es zur PDF-Version des Artikels.

Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg Sünder noch sitzt, da die Spötter sitzen, sondern hat Lust zum Gesetz des HERRN und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht; und was er macht, das gerät wohl. (Ps 1,1-3)

Obstbäume pflanzen

Es gibt eine Aussage von Ellen White, die eine gute Richtschnur zum Pflanzen con Obstbäumen darstelltet. Es handelt sich um einen Brief aus dem Jahr 1907. Die Aussage wurde im dritten Band der „Selected Messages“ (Ausgewählte Botschaften) veröffentlicht, der leider nicht ins Deutsche übersetzt wurde, daher habe ich die relevante Stelle für euch übersetzt.

Ellen White

Als wir in Australien waren, übernahmen wir die Vorgehensweise, tiefe Gräben auszuheben und sie mit Dressing [gedüngter Erde] zu füllen, so dass gute Erde entsteht. So gingen wir beim Anbau von Tomaten, Orangen, Zitronen, Pfirsichen und Weintrauben vor. Der Mann, von dem wir unsere Pfirsichbäume erwarben, bot mir freundlich an, beim Pflanzen der Pfirsichbäume zuzusehen. Daraufhin bat ich ihn, ihm zeigen zu dürfen, wie es mir eines Nachts vor Augen geführt wurde dass sie gepflanzt werden sollten. Ich wies meinen angestellten Arbeiter dazu an, ein tiefes Loch in den Boden zu Graben, dann reichhaltige Erde hineinzuschaufeln, dann Steine, dann reichhaltige Erde. Danach gab er Schichten von gedüngter Erde und reichhaltiger Erde hinzu, bis das Loch bis oben gefüllt war. Ich erzählte dem Gärtner, dass ich auf diese Weise auf dem steinigen Boden in Amerika gepflanzt hätte und lud ihn ein, mich zu besuchen, wenn dieses Obst reif sein wird. Er sagte zu mir: „Sie brauchen von mir keine Einweisung, wie man diese Bäume pflanzt.“ Unsere Pflanzen waren sehr erfolgreich. Die Pfirsiche hatten äußerst schöne Farben und den leckersten Geschmack von allen Pfirsichen, die ich jemals gegessen habe. Wir bauten den großen gelben Crawford [Pfirsichsorte] und weitere Sorten an, daneben Trauben, Aprikosen, Nektarinen und Pflaumen. 

Übersetzt aus: Selected Messages Vol. 3, p. 328

Vorgehen beim Pflanzen

Die vorliegende Passage gibt ein prinzipielles Bild davon, wie man vorgehen kann, aber es bleiben auch einige Fragen offen. Wie soll man düngen? Wie tief sollte das Loch sein? Was genau ist „reichhaltige Erde“? Hier muss man sich natürlich immer nach den eigenen Gegebenheiten richten, aber ich will als Anhaltspunkt darlegen, wie wir vorgegangen sind.

Loch für den Baum

Das Loch sollte tiefer und weiter sein, als üblich. Für die Obstbäume haben wir einen Durchmesser von etwa 3 Fuß (ungefähr ein Meter) und eine Tiefe von ebenso 3 Fuß gewählt. Die Büsche haben nicht so tiefe Wurzeln, deswegen waren wir hier deutlich weniger großzügig. Gerade, wenn man keinen nährstoffreichen Boden hat, sollte man darauf achten, ein großes Loch zu graben, um dem Baum einen guten Start zu ermöglichen. In steinigem und lehmigen Boden wie hier auf Matts Land ist es sehr anstrengend, ein so großes Loch zu Graben. Wir haben daher für einen Tag eine Maschine (Exkavator) gemietet, damit ging es deutlich schneller.

Reichhaltige Erde 

Dressing wird gemischt

Als Grundbestandteil haben wir die obere Schicht der Erde (top soil) verwendet. Diese ist dunkler, weniger lehmig und enthält mehr Nährstoffe. Dazu haben wir Kompost und Kuhdünger gemischt. Außerdem haben wir Blätterkompost bei der Kompostieranlage geholt und gesiebt, sodass nur der feine Kompost übergeblieben ist. Davon haben wir auch einiges beigemischt. Zunächst wollten wir Blätterkompost aus dem Wald holen (die lockere Erde unter den Bäumen), aber das war für die große Anzahl an Bäumen zu aufwändig.

Bei besseren Gegebenheiten (Kiefern sollen sich dazu gut eignen) wäre dies aber unsere erste Wahl gewesen. Letztendlich sollte man die Erde, die einem zur Verfügung steht, begutachten und dann entscheiden, ob und wie man sie reichhaltiger machen möchte. Wenn ihr sehr fruchtbaren Boden (top soil) habt, müsst ihr eure Erde natürlich nicht zusätzlich anreichern. Auch sollte man auf den PH-Wert achten. Blaubeeren beispielsweise mögen saure Böden, deshalb haben wir altes Sägemehl (es sollte mindestens 3 Jahre alt sein, sonst entzieht es dem Boden Nährstoffe) sowie Fasertorf (peat moss) beigemischt. 

Dressing 

Unser Algendünger

Auch beim Düngemittel sollte man gut überlegen, was und wieviel man benutzt. Aus Prinzip haben wir nur natürliche Mittel benutzt, vor allem Steinphosphat (insgesamt 4/4 – 1 Liter), dazu auch etwa 1 Liter Kalk (aber Vorsicht, das erhöht den PH-Wert von Böden etwas und sollte daher nicht bei Pflanzen, die saure Böden mögen verwendet werden), 1,5 Liter Baumwollsaatmehl (Cottonseed Meal, das ist ein Tierfutter), 250 ml Meerwasser und etwa 100 ml Algendünger (kelp meal). Auch sollte man darauf achten, wie schnell die Zusätze ihre Wirkung entfalten. Steinphosphat zerfällt im Gegensatz zu  Phosphat aus Knochen recht langsam, weshalb wir unser gesamtes Dressing auch in die unterste Schicht von reichhaltiger Erde gegeben haben. Auch muss bedacht werden, dass bestimmte Düngemittel (z.B. der Algendünger) sehr konzentriert sind und die Wurzeln beschädigen können. Daher sollte man sich im Vorfeld über das Düngemittel informieren und den Dünger gut in der Erde verteilen. 

Weiteres

Die „Luftröhre“

In dem Video „Planting after the Blueprint“, nach dem wir uns größtenteils gerichtet haben, wird noch geraten, auf den Boden des Lochs eine „Air Pocket“, also einen Hohlraum (z.B. eine Röhre), in dem sich Luft ansammeln kann, zu legen. Ich weiß nicht, was der Sauerstoff an dieser Stelle bewirken soll (es werden hierfür in dem Video keine Gründe angeführt), aber ich wollte es erwähnt haben.

Pfirsichbaum mit Blätterkompost und Damm

Gerade in den ersten drei Jahren ist es wichtig, dass die Bäume die richtige Menge an Wasser erhalten. Am besten sind freilich natürliche Wasserquellen. Aber wenn man in einem Gebiet wohnt, in dem es Trockenzeiten gibt, und man eine größere Menge an Bäumen pflanzt, ist eine Wasserleitung fast unabdingbar. Wir haben eine Wasserleitung in die Mitte der Bäume gelegt und einen Hahn angebracht, sodass man mit dem Schlauch alle Bäume erreicht. Tipp: Man kann einen RV-Wasserfilter (für Wohnwagen) anbringen. Die sind nicht mal so teuer (10 Dollar) und halten recht lang. Außerdem kann man, wenn der Baum auf einem abschüssigen Gelände steht, einen kleinen Damm bauen (s. Bild), damit sich bei Regen eine Lache bildet und das Wasser unter dem Baum versickert.
Es ist außerdem ratsam, die Oberfläche mit organischem Material zu bedecken. Dadurch bleibt die Erde unter dem Baum länger feucht und es gelangen weitere Nährstoffe in den Boden. Wir haben alle Bäume mit ungefilterten Blätterkompost bedeckt (s. Bild) — die Regenwürmer lieben das. Die Blaubeeren wurden mit altem Sägemehl abgedeckt. Man sollte aber darauf achten, dass der Ansatz des Baumes nicht bedeckt wird, da dies das Wachstum des Baumes behindern könnte. Außerdem empfiehlt es sich, zusammen mit dem Baum auch Regenwürmer „pflanzen“. 

Dies war ein Ausschnitt aus dem dritten Missionsbericht von Mattis‘ Aufenthalt bei Matt Dooley in Amerika.