Missionsreise #1: Ankunft

Meine Gebetserfahrung mit dem Flug

Ich muss mit einer Gebetserfahrung beginnen, bevor ich mit dem Bericht meines Missionsaufenthalts beginnen kann. Am Tag vor meinem Abflug war Sabbat und ich war mit meinem Vater bei einem Gottesdienst in Halle, der ein großer Segen für uns war. Als ich nach einem ebenso segensreichen gemeinsamen Abendessen mit der ganzen Familie meinen Online-Check-In für meinen Flug vornehmen wollte, wurde mir angezeigt, dass ich mich hierfür bei der amerikanischen Zoll- und Grenzschutzbehörde eine Reisegenehmigung (ESTA) beantragen muss. Als ich diese postwendend beantragte, kam folgende Meldung:

Man solle sich 72 Stunden vor dem Flug registrieren, da es nicht möglich ist, den Antrag sofort zu genehmigen und einem ohne Genehmigung wohl schon das Antreten des Flugs verweigert wird. Mein Antrag war nicht einmal 12 Stunden vor Abflug eingegangen und das zudem noch am Wochenende. Zunächst war ich sehr geschockt und auch ärgerlich auf mich selbst, aber mir wurde sehr schnell klar, dass mich diese Reaktionen keinen Schritt weiter brachten. Also traf ich alle Vorkehrungen für die Reise und legte, bevor ich schlafen ging, die Sache dem Herrn im Gebet vor. Dabei kam ein großer Frieden in mein Herz. Der Gedanke kam mir, dass, wenn es Gottes Wille ist, in Amerika missionarische Erfahrungen zu sammeln, eine solche Genehmigung überhaupt kein Problem darstellen kann. Und falls es sein Wille sein sollte, mir meine Nachlässigkeit dadurch auszutreiben, dass ich die Reise nicht antreten kann, mir diese (bittere) Erfahrung zum Besten dient und somit wichtiger für mich wäre, als die Missionsreise. Dementsprechend freimütig legte ich alles in Gottes Hände und nachdem ich morgens um 5 Uhr aufgestanden war und Gott für seine Güte gelobt hatte, sah ich, dass mein Aufenthalt genehmigt wurde. Praise the Lord! Natürlich lief dann auch alles während der Flüge glatt (s. Bilder unten).

Im Flugzeug
Über New York
Über Chicago

Ankunft in Arkansas

Matt und ich (etwas albern)

Nach einer mehr als 20-stündigen Anreise wurde ich von Matt Dooley am Flughafen in Little Rock abgeholt. Auf der anderthalbstündigen Autofahrt zu ihm nach Hause haben wir uns sehr gut unterhalten. Ich konnte während der Inlandsflüge glücklicherweise gut schlafen und war daher fast noch fitter als er (ich kam um 23:00 Uhr Ortszeit an). Matt ist Missionar und hat schon viel erlebt mit dem Herrn. Wenn ihr Englisch könnt, könnt ihr euch hier sein Zeugnis und hier seine Webseite ansehen. Er wird übrigens auch bald zu uns nach Deutschland zu einem Camp Meeting bei Ebensfeld (s. hier) kommen.

Die ersten Tage

Meine ersten Tage in Arkansas waren sehr ereignisreich. Matt hat mir die Gegend gezeigt. Wir waren in einem Park und haben Disk Golf gespielt eine Mischung aus Frisbee und Golf). Es ist erstaunlich warm hier, am ersten Tag standen tatsächlich 24 Grad Celsius auf dem Thermometer.
Matt wohnt an einem sehr abgelegenen Ort und um uns herum ist nur Natur. Daran habe ich sehr große Freude, denn es läuft sich in der Früh hier sehr viel schöner als in Bamberg am Kanal, „außerdem lernt man durch den Umgang mit der Schönheit und dem Nutzen der Natur, die Gott geschaffen hat, den Schöpfer kennen, und das hat eine sehr positive Wirkung auf den Geist und die Seele. (Ellen White, 1876, ICP2 255.1). 

Bibelstunde mit Mike

Matt hat mich auch bereits zu einer Bibelstunde mitgenommen. Wir waren bei Mike, einem sehr freundlichen Mann mit einem tiefen Glauben an Gott. (Hier glauben fast alle Menschen an Gott). Mike hatte einen Autounfall und ist seitdem sehr eingeschränkt. Wir haben gemeinsam 2. Mose Kapitel 4 gelesen und waren alle nach der Bibelstunde sehr dankbar dafür, dass Gott uns in unserem Leben wie in dem der Israeliten durch viele Wunder seinen Willen bekannte gemacht hat.

Arbeit und Erholung

Außerdem arbeiten wir derzeit auch etwas an einem Wohnwagen, der einen Wasserschaden hatte. Auch hieraus lässt sich eine geistliche Lektion ableiten. Jesus und Paulus waren Handwerker und auch Ellen White schreibt davon, wie wichtig körperliche, produktive Arbeit ist. Bei all dem bleibt aber natürlich auch Zeit für etwas Spaß. Gestern Abend sind wir mit dem Quad durch die umliegenden Wälder gefahren. Es ist unglaublich, durch was für unwegsames Terrain man mit Quads fahren kann. Man fährt und fährt und nirgends taucht eine Straße oder die Beleuchtung eines Hauses auf…   🇺🇸

Raul und Jodi

Ganz besonders gewinnend ist für mich, dass ich hier Raul und Jodi kennengelernt habe. Es hat mir sehr imponiert, wie sie als Ehepaar ganz auf Gott ausgerichtet sind. Man merkt ihnen an, dass die Arbeit für den Herrn für beide an erster Stelle steht und ich habe schon jetzt in den wenigen Tagen sehr viel aus den Gesprächen mit ihnen lernen dürfen. 

Raul ist Mitarbeiter bei Demario Carters Ministry (Counsel of Prophecy) und er hat einige wichtige Gedanken über Erziehung und Bildung mit mir geteilt. Schon zu alttestamentlichen Zeiten hat Gott durch die Prophetenschulen ein unabhängiges, gottgeweihtes Schulwesen etabliert, das dem weltlichen Einflüssen in Israel trotzte. Der Teufel arbeitet beständig daran, die Ausbildung im Volk Gottes zu unterwandern. So hat er es durch die Gegenreformation getan und so tut er es auch im Adventismus. Daher sollten wir als unabhängige Bewegung des historischen Adventismus alles daran setzen, Orte der Ausbildung zu schaffen.

Jodi ist vertraut mit der Arbeit in der Buchevangelisation und sie hat mir ein Zitat von Schwester White gezeigt, in dem sie aussagt, dass die Arbeit in der Buchevangelisation (engl. „canvassing“) bis zum Schluss ein wichtiger Bestandteil bleiben wird. Das hat mir einiges zu denken gegeben in Bezug auf die Missionsarbeit in Deutschland. Ich freue mich sehr, dass ich auf diesem Gebiet bald erste Erfahrungen sammeln darf. 

Wenn ihr Englisch könnt, schaut mal bei Raul und Jodis Blog vorbei. Die beiden engagieren sich außerdem noch für die Ministry „Army of Truth“ (s. hier), die aus vielen jugendlichen Adventisten besteht, die an den Vater und seinen eingeborenen Sohn glauben.

Raul, seine Frau Jodi und ich

Ausblick

In den nächsten Tagen werde ich einige der Aufnahmen ansehen, die beim letzten Trainingsprogramm im Oktober gemacht wurden, um etwas Input zum Missionsthema zu bekommen. Außerdem werden wir für das dreiwöchige Trainingsprogramm, das Anfang April beginnt, einige Vorbereitungen machen. Zudem freue ich mich schon sehr auf den ersten Sabbat in der Gemeinde hier in Concord. Und vermutlich werden wir am Wochenende vom 20.3. bis zum 22.3. bei einer Versammlung in West Virginia sein.  Es stehen also einige Ereignisse bevor, von denen ich euch auch berichten werde.

Euer Bruder in Christus
Mattis

6 Kommentare zu „Missionsreise #1: Ankunft

  1. Danke Mattis,
    für den informativen Bericht und deine Erfahrungen vor Ort.

    Tja, und die Sache mit der aktuellen „Unterwanderung“ und den Maßnahmen, welche wir? ergreifen dürfen, was im Besonderen korrespondiert mit dieser einen Erinnerung/Aufforderung von Frau White, welche jetzt spätestens 132 Jahre alt ist….

    Vielleicht fällt dir ja zu beiden etwas ein, was du in Kombi vielleicht auch bei mir auf der Seite einbringen magst (;-), auf daß da etwas wachsen mag …

    Vielleicht finden sich ja umgehend kaleb´s und Hosea´s?
    Gottes Segen,
    Raffa.

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