Obstbäume Pflanzen nach der Methode Ellen Whites

Diese Artikel darüber, wie man Obstbäume pflanzen kann, ist ein Ausschnitt von meinem dritten Missionsbericht aus Amerika (s. hier). Hier geht es zur PDF-Version des Artikels.

Wohl dem, der nicht wandelt im Rat der Gottlosen noch tritt auf den Weg Sünder noch sitzt, da die Spötter sitzen, sondern hat Lust zum Gesetz des HERRN und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht; und was er macht, das gerät wohl. (Ps 1,1-3)

Obstbäume pflanzen

Es gibt eine Aussage von Ellen White, die eine gute Richtschnur zum Pflanzen con Obstbäumen darstelltet. Es handelt sich um einen Brief aus dem Jahr 1907. Die Aussage wurde im dritten Band der „Selected Messages“ (Ausgewählte Botschaften) veröffentlicht, der leider nicht ins Deutsche übersetzt wurde, daher habe ich die relevante Stelle für euch übersetzt.

Ellen White

Als wir in Australien waren, übernahmen wir die Vorgehensweise, tiefe Gräben auszuheben und sie mit Dressing [gedüngter Erde] zu füllen, so dass gute Erde entsteht. So gingen wir beim Anbau von Tomaten, Orangen, Zitronen, Pfirsichen und Weintrauben vor. Der Mann, von dem wir unsere Pfirsichbäume erwarben, bot mir freundlich an, beim Pflanzen der Pfirsichbäume zuzusehen. Daraufhin bat ich ihn, ihm zeigen zu dürfen, wie es mir eines Nachts vor Augen geführt wurde dass sie gepflanzt werden sollten. Ich wies meinen angestellten Arbeiter dazu an, ein tiefes Loch in den Boden zu Graben, dann reichhaltige Erde hineinzuschaufeln, dann Steine, dann reichhaltige Erde. Danach gab er Schichten von gedüngter Erde und reichhaltiger Erde hinzu, bis das Loch bis oben gefüllt war. Ich erzählte dem Gärtner, dass ich auf diese Weise auf dem steinigen Boden in Amerika gepflanzt hätte und lud ihn ein, mich zu besuchen, wenn dieses Obst reif sein wird. Er sagte zu mir: „Sie brauchen von mir keine Einweisung, wie man diese Bäume pflanzt.“ Unsere Pflanzen waren sehr erfolgreich. Die Pfirsiche hatten äußerst schöne Farben und den leckersten Geschmack von allen Pfirsichen, die ich jemals gegessen habe. Wir bauten den großen gelben Crawford [Pfirsichsorte] und weitere Sorten an, daneben Trauben, Aprikosen, Nektarinen und Pflaumen. 

Übersetzt aus: Selected Messages Vol. 3, p. 328

Vorgehen beim Pflanzen

Die vorliegende Passage gibt ein prinzipielles Bild davon, wie man vorgehen kann, aber es bleiben auch einige Fragen offen. Wie soll man düngen? Wie tief sollte das Loch sein? Was genau ist “reichhaltige Erde”? Hier muss man sich natürlich immer nach den eigenen Gegebenheiten richten, aber ich will als Anhaltspunkt darlegen, wie wir vorgegangen sind.

Loch für den Baum

Das Loch sollte tiefer und weiter sein, als üblich. Für die Obstbäume haben wir einen Durchmesser von etwa 3 Fuß (ungefähr ein Meter) und eine Tiefe von ebenso 3 Fuß gewählt. Die Büsche haben nicht so tiefe Wurzeln, deswegen waren wir hier deutlich weniger großzügig. Gerade, wenn man keinen nährstoffreichen Boden hat, sollte man darauf achten, ein großes Loch zu graben, um dem Baum einen guten Start zu ermöglichen. In steinigem und lehmigen Boden wie hier auf Matts Land ist es sehr anstrengend, ein so großes Loch zu Graben. Wir haben daher für einen Tag eine Maschine (Exkavator) gemietet, damit ging es deutlich schneller.

Reichhaltige Erde 

Dressing wird gemischt

Als Grundbestandteil haben wir die obere Schicht der Erde (top soil) verwendet. Diese ist dunkler, weniger lehmig und enthält mehr Nährstoffe. Dazu haben wir Kompost und Kuhdünger gemischt. Außerdem haben wir Blätterkompost bei der Kompostieranlage geholt und gesiebt, sodass nur der feine Kompost übergeblieben ist. Davon haben wir auch einiges beigemischt. Zunächst wollten wir Blätterkompost aus dem Wald holen (die lockere Erde unter den Bäumen), aber das war für die große Anzahl an Bäumen zu aufwändig.

Bei besseren Gegebenheiten (Kiefern sollen sich dazu gut eignen) wäre dies aber unsere erste Wahl gewesen. Letztendlich sollte man die Erde, die einem zur Verfügung steht, begutachten und dann entscheiden, ob und wie man sie reichhaltiger machen möchte. Wenn ihr sehr fruchtbaren Boden (top soil) habt, müsst ihr eure Erde natürlich nicht zusätzlich anreichern. Auch sollte man auf den PH-Wert achten. Blaubeeren beispielsweise mögen saure Böden, deshalb haben wir altes Sägemehl (es sollte mindestens 3 Jahre alt sein, sonst entzieht es dem Boden Nährstoffe) sowie Fasertorf (peat moss) beigemischt. 

Dressing 

Unser Algendünger

Auch beim Düngemittel sollte man gut überlegen, was und wieviel man benutzt. Aus Prinzip haben wir nur natürliche Mittel benutzt, vor allem Steinphosphat (insgesamt 4/4 – 1 Liter), dazu auch etwa 1 Liter Kalk (aber Vorsicht, das erhöht den PH-Wert von Böden etwas und sollte daher nicht bei Pflanzen, die saure Böden mögen verwendet werden), 1,5 Liter Baumwollsaatmehl (Cottonseed Meal, das ist ein Tierfutter), 250 ml Meerwasser und etwa 100 ml Algendünger (kelp meal). Auch sollte man darauf achten, wie schnell die Zusätze ihre Wirkung entfalten. Steinphosphat zerfällt im Gegensatz zu  Phosphat aus Knochen recht langsam, weshalb wir unser gesamtes Dressing auch in die unterste Schicht von reichhaltiger Erde gegeben haben. Auch muss bedacht werden, dass bestimmte Düngemittel (z.B. der Algendünger) sehr konzentriert sind und die Wurzeln beschädigen können. Daher sollte man sich im Vorfeld über das Düngemittel informieren und den Dünger gut in der Erde verteilen. 

Weiteres

Die „Luftröhre“

In dem Video „Planting after the Blueprint“, nach dem wir uns größtenteils gerichtet haben, wird noch geraten, auf den Boden des Lochs eine „Air Pocket“, also einen Hohlraum (z.B. eine Röhre), in dem sich Luft ansammeln kann, zu legen. Ich weiß nicht, was der Sauerstoff an dieser Stelle bewirken soll (es werden hierfür in dem Video keine Gründe angeführt), aber ich wollte es erwähnt haben.

Pfirsichbaum mit Blätterkompost und Damm

Gerade in den ersten drei Jahren ist es wichtig, dass die Bäume die richtige Menge an Wasser erhalten. Am besten sind freilich natürliche Wasserquellen. Aber wenn man in einem Gebiet wohnt, in dem es Trockenzeiten gibt, und man eine größere Menge an Bäumen pflanzt, ist eine Wasserleitung fast unabdingbar. Wir haben eine Wasserleitung in die Mitte der Bäume gelegt und einen Hahn angebracht, sodass man mit dem Schlauch alle Bäume erreicht. Tipp: Man kann einen RV-Wasserfilter (für Wohnwagen) anbringen. Die sind nicht mal so teuer (10 Dollar) und halten recht lang. Außerdem kann man, wenn der Baum auf einem abschüssigen Gelände steht, einen kleinen Damm bauen (s. Bild), damit sich bei Regen eine Lache bildet und das Wasser unter dem Baum versickert.
Es ist außerdem ratsam, die Oberfläche mit organischem Material zu bedecken. Dadurch bleibt die Erde unter dem Baum länger feucht und es gelangen weitere Nährstoffe in den Boden. Wir haben alle Bäume mit ungefilterten Blätterkompost bedeckt (s. Bild) — die Regenwürmer lieben das. Die Blaubeeren wurden mit altem Sägemehl abgedeckt. Man sollte aber darauf achten, dass der Ansatz des Baumes nicht bedeckt wird, da dies das Wachstum des Baumes behindern könnte. Außerdem empfiehlt es sich, zusammen mit dem Baum auch Regenwürmer „pflanzen“. 

Dies war ein Ausschnitt aus dem dritten Missionsbericht von Mattis’ Aufenthalt bei Matt Dooley in Amerika.

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