Kapitel 4: Israel, Mein Sohn
Anhand der Bundesverheißung und Verwirklichung führt uns TG dann zum geistlichen Verständnis von Sohnschaft:

5Mo 32:6.16-18 “Dankst du so dem HERRN, du törichtes und unweises Volk? Ist er nicht dein Vater, dem du gehörst, ist er es nicht, der dich gemacht und bereitet hat? . . . Sie erregten seine Eifersucht durch fremde [Götter]; durch Greuel erzürnten sie ihn. 17 Sie opferten den Dämonen, die nicht Gott sind, Göttern, die sie nicht kannten, neuen Göttern, die erst vor kurzem aufgekommen waren, die eure Väter nicht verehrten. 18 Den Fels, der dich gezeugt hat, hast du außer acht gelassen; und du hast den Gott vergessen, der dich hervorbrachte!
Also ist Geburtssprache nicht (immer) physiologisch gemeint, sondern geistlich, im Zusammenhang mit dem Bund.
Jer 31,9 “. . . denn ich bin Israel zum Vater geworden, und Ephraim ist mein Erstgeborener.”
TG beschreibt den Bund und die Sohnschaft als roten Leitfaden der Bibel überzeugend und einladend. Die Gute Nachricht ist nicht nur Gut, sondern schön.
Kapitel 5: David Mein Sohn
S. 41: “Doch zunächst ist es wichtig festzuhalten, dass David sowohl von sich selbst als auch vom zukünftigen Messias als “gottgezeugt” und als “erstgeboren” spricht – nicht im buchstäblichen Sinne, sondern im Sinne seiner geschichtlichen Stellung.”
In Hinsicht seiner Menschwerdung, natürlich.
Kapitel 6: Salomo, Mein Sohn
S. 46: 1 Chron 22,10 “Der soll meinem Namen ein Haus bauen. Und er soll mein Sohn sein, und ich will sein Vater sein und den Thron seines Königtums über Israel befestigen auf ewig!”
TG zitiert diesen Vers als Beweis, daß Vaterschaft und Sohnschaft zwischen Gott und – Gott? (Jesus) Zukunft waren, Inkarnation, nicht vorschöpferische Identität.
Kapitel 7: Die Bundesidentität
TGs Buch ist voll griffiger Formulierungen und attraktiver Einsichten, wie z.B.
S. 56: “Kurzum, die Bibel erzählt die Geschichte von Gottes Bund, in dem seine Liebe zu uns das Ziel hat, die Liebe in uns wiederherzustellen.”
Rein sprachlich ist TG ist gut zu lesen, und die Übersetzung erfasst seine Begeisterung für das Thema (und für Gott) attraktiv und passend.
Kapitel 8: Die Grosse Nachinszenierung
S. 61 2Mo 4,22 “Und du sollst zum Pharao sagen: So spricht der HERR: »Israel ist mein erstgeborener Sohn” . . . Matt 2,15 »Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen«.
Sohnschaft kann sich also auch auf ein Volk beziehen. Dies ist ein berechtigter Punkt von TG. Es geht bei Sohnschaft nicht immer um “biologische” Sohnschaft. Aber von Mensch auf Messias, von Mensch auf vorschöpferische Identität eine Schlußfolgerung zu ziehen ist schlicht gesehen riskant. Das definiert Jesus theologisch in die falsche Richtung.
Kapitel 9: Matthäus: Sohn Davids, Sohn Abrahams
S. 68: “Wenn wir wirklich wissen wollen, was die Bibel meint, wenn sie von Jesus als Sohn Gottes spricht, müssen wir dem Neuen Testament erlauben, die Geschichte von Jesus innerhalb ihres eigenen Rahmens und in ihrer eigenen Sprache zu erzählen.”
Obwohl TG seine Leserschaft daran erinnert, die gesamte Bibel zu berücksichtigen, und nicht nur Beweisverse, beschränkt sich aber ironischerweise hier auf das Neue Testament. Dabei geht ein weiterer Kontext verloren, nämlich der größere und längerer Faden des Großen Kampfes – und der Sohnschaft – im Himmel. Dies die größte Schwachstelle in Sohn Gottes.
Kapitel 10: Lukas: Sohn Adams
S. 78: “Sohn des Höchsten” . . . Es ist eine Bezeichnung, die er laut Lukas im Zusammenhang der biblischen Erzählung erhält – sie ist keine Erklärung seines urzeitlichen Ursprungs.” . . . “Es wird nun eindeutig, dass das Neue Testament im Lichte des Alten Testaments zu lesen ist.”
Genau. Und dies beinhaltet die Identität, Natur, und Position Jesu Christi vor der Schöpfung – auf dies geht TG aber nicht ein.
Nach TG geht es bei der Sohnschaft Jesu nur um die Inkarnation: Lukas 1,35 “Darum wird dieses Kind auch heilig sein und Sohn Gottes genannt werden” (Betonung meine).
Aber nur aufgrund der Inkarnation?
Diesbezüglich schreibt Ellen White (welche auch Lukas 1,35 zitiert!): “In His incarnation He gained in a new sense the title of the Son of God.” Übersetzung: „In seiner Menschwerdung erlangte er in einem neuen Sinn den Titel des Sohnes Gottes.“
S. 79: “In der Person Jesus kommt der langersehnte Sohn Gottes, und zu unserem großen Erstaunen ist es Gott selbst, der erscheint, um unsere missglückte Sohnschaft erfolgreich zu erfüllen.”
Dies bedarf unbedingt einer Erklärung, die bei TG aber durchweg fehlt: Kam in der Inkarnation Gott der Vater auf die Welt? Leser werden hier diese wirklich wichtige Erklärung fehlt hier und im gesamten Buch vermissen. Hand aufs Herz, Wer kam auf die Erde? TG gemäß Gott, aber was/ wen meint er damit? Gott den Vater? Einen zweiten Gott? Zwei verschiedene Gotteswesen? Gott A und Gott B? Dies sind ehrliche Fragen, die auch ein Trinitarier stellen kann, und auch sollte, um das Buch nicht einfach als Wahrheit hinzunehmen.
S. 80 . . . Hier strapaziert TG die Inkarnationsgeschichte des Lukas. Natürlich ist die Sprache von “Nachkommenschaft, Geburt und Kindschaft” auf Seine Geburt durch Maria zu verstehen.
S. 83: “Beide inspirierten Autoren identifizieren Jesus als Sohn Gottes – und zwar in Bezug auf seine irdische Abstammung und Mission, nicht in Bezug auf seinen himmlischen Ursprung.”
Natürlich. Es geht den Evangelisten ja um die Inkarnation!
S. 83: “Aussagen zur Entstehung von Alters her, zum ontologischen Ursprung oder zu einer metaphysischen Chronologie sind bei Matthäus oder Lukas nicht zu finden. Ihre Erzählung ist entschieden hebräisch und vollkommen im Alten Testament gegründet.”
Aber im selben Kapitel betont TG, daß Gott selber kam – also ein Verweis auf die Zeit vor der Menschwerdung Jesu Christi. Hier könnte TG tiefer, höher greifen. Die rote Linie des Großen Kampfes reicht über die Schöpfung hinaus. Genau hier finden wir den besonderen Beitrag adventistischer Theologie, die deswegen eine weitere Ausmalung verdient.











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