Ergänzungen zu einigen Punkten und Perspektiven
Eventuell die wichtigste Betrachtung!
Elohim ist ein grammatisches Plural mit singularer Bedeutung
“Die übliche Bezeichnung אֱלֹהִים (Gott) ist eine Pluralform mit singularer Bedeutung,
die die Fülle, Majestät und Transzendenz der Gottheit [deity] impliziert” (Pratico und
Van Pelt, BBH 3rd ed. S. 273).
Yahweh ist nicht immer (unbedingt) Jesus im Alten Testament
Es war früh in meiner christlichen Laufbahn dass mir ein Bruder erklärte, Jehova, der Gott Israels, der Gott des Alten Testaments, ist Jesus Christus. So direkt, so einfach. Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass mich diese Aussage stutzig gemacht hat. Überhaupt nichts gegen Christus. Theologisch kein Problem, aber ist Gott dann wirklich ganz abwesend?
AT Sach 6,13 “Ja, er [Jesus] ist’s, der den Tempel des HERRN [Jehova] bauen wird, und er wird Herrlichkeit [als Schmuck] tragen und auf seinem Thron sitzen und herrschen, und er wird Priester sein auf seinem Thron, und der Rat des Friedens wird zwischen beiden bestehen.”
NT Apg 3,13-15 “Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesus verherrlicht; ihn habt ihr ausgeliefert und habt ihn verleugnet vor Pilatus, als dieser ihn freisprechen wollte. 14 Ihr habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und verlangt, daß euch ein Mörder geschenkt werde; 15 den Fürsten des Lebens aber habt ihr getötet! Ihn hat Gott aus den Toten auferweckt; dafür sind wir Zeugen.”
EGW: “Gott ist der Vater von Christus; Christus ist der Sohn Gottes. Christus ist eine erhabene Stellung gegeben worden. Er ist dem Vater gleichgestellt worden. Alle Räte Gottes stehen seinem Sohn offen” (8T 268).
„Als Jehova, der oberste Herrscher, konnte Gott nicht persönlich mit den sündigen Menschen kommunizieren, aber er liebte die Welt so sehr, dass er Jesus in unsere Welt sandte, um sich selbst zu offenbaren….(Ms124-1903.2).
Original: „As Jehovah, the supreme Ruler, God could not personally communicate with sinful men, but He so loved the world that He sent Jesus to our world as a revelation of Himself” (Ms124-1903.2).
Die Theorie des Rollenspiels kam schon früh in die Theologie des Christentums
Karl Heussi, Kompendium der Kirchengeschichte (Tübingen, 1910) 58: “Sabellius . . . bildete die Lehre des Noët weiter aus; während Noët nur über das Verhältnis von Vater und Sohn spekuliert hatte, zog Sabellius konsequent auch den h. Geist in seine Spekulation herein: der eine Gott hat 3 μορφάι [Formen] oder πρόσωπα [Gesichter] (Schauspielerrollen, später orthodoxer Terminus für die “Personen” der Trinität).” [Danke LM für den Tip diesbezüglich]
Theologen haben diese Theorie immer wieder verarbeitet und verbreitet, wie z.B. durch Richard von St Viktor ( ✝ 1173) und von Richard Swinburne (*1934):
“…die vollkommene Liebe muss eine vollkommene gegenseitige Liebe sein, die in Art und Menge erwidert wird und ein völliges Teilen beinhaltet, die Art von Liebe, die zu einer vollkommenen Ehe gehört; und nur ein Wesen, das mit ihm die Herrschaft über das Universum teilen konnte, konnte die Liebe eines anderen solchen vollständig erwidern. …es wäre eine einmalig beste Handlung für den Vater, die Existenz des Sohnes zu verursachen, und so würde er es unweigerlich tun. …in jedem Augenblick der ewigen Zeit muss der Vater immer die Existenz des Sohnes bewirken, und so den Sohn immer im Sein halten (429-30).
Wenn es also eine göttliche Person gibt, muss es auch eine andere geben. Außerdem muss es eine dritte Person geben, denn
Ein Zweiergespann kann egoistisch sein. …Vollkommene Liebe zu einem geliebten Menschen…muss den Wunsch beinhalten, dass der geliebte Mensch auch von einem anderen geliebt wird. Daher wird es für den Vater eine einmalig beste Handlung sein, die Existenz eines dritten göttlichen Wesens zu bewirken, das Vater und Sohn lieben können und von dem jeder geliebt werden kann. Das ist der Heilige Geist. Und ich schlage vor, dass es am besten wäre, wenn der Vater den Sohn als Mitverursacher (wie bei allen anderen Handlungen des Vaters) in die Verursachung des Geistes einbeziehen würde. Und wiederum müssen sie den Geist in jedem vergangenen Augenblick der ewigen Zeit hervorgebracht haben. Daher muss die Dreifaltigkeit immer existiert haben (430).
https://plato.stanford.edu/entries/trinity/#ErsMon
[Danke CE für den Tip diesbezüglich]
[Wir beten aufrichtig für Dr. Rodríguez, der am 30. Nov. 2022 in einem Autounfall tragischerweise seine Frau verlor.]
Ángel Rodríguez: 5Mo 6,4
https://www.adventistworld.org/the-one-god-the-one- lord/ [Übersetzung deepl.com] – Vollständiger Artikel als aktuelles Beispiel trinitarischer Bibelinterpretation (Markierung zur Betonung meine).
Was bedeutet „Der Herr [Jahwe] ist einer“ (5Mo 6,4)?
Hier ist das vollständige Zitat: „Höre, o Israel! Der Herr [Jahwe], unser Gott [‚elohim], der Herr [Jahwe] ist einer!“ (5. Mose 6,4). Dieser Vers, der Shema genannt wird, ist von grundlegender Bedeutung für den jüdischen Glauben – shema‘ ist das hebräische Wort, das mit „hören“ übersetzt wird. Es ist ein Appell an Israel, auf den Herrn zu hören bzw. ihm zu gehorchen. Die Bedeutung des restlichen Verses ist umstritten.
Mögliche Interpretationen
Die Aussage „Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einer“ ist aus mehreren Gründen schwierig zu interpretieren: Wir haben keinen anderen biblischen Nominalsatz wie diesen; das Zahlwort eins (‚ekhad) wird normalerweise nicht in Verbindung mit einem Personennamen verwendet; und der vollständigen Aussage fehlt ein Verb. In Nominalsätzen wird normalerweise das Verb „sein“ verwendet. Nach übereinstimmender Meinung der Gelehrten ist die wahrscheinlichste Übersetzung „Jahwe [ist] unser Gott/Yahwe unser Gott, Jahwe [ist] einer“. Was soll das bedeuten? Einige meinen, dass es hier um Monotheismus geht – es gibt nur einen Gott, Jahwe. Andere sehen hier die ausschließliche Anbetung Jahwes („Jahwe ist unser Gott, Jahwe allein“ oder „der eine Jahwe“). Einige, die die Übersetzung „Jahwe ist einer“ beibehalten, verstehen dies so, dass Jahwe kein regionaler Gott ist (z. B. der Gott Samarias, der Gott Jerusalems), der auf unterschiedliche Weise verehrt wird – Jahwe ist überall ein und derselbe.
Gibt es einen Ausweg?
Angesichts der Schwierigkeiten, die mit der Passage verbunden sind, schlagen die Gelehrten nur mögliche Lesarten vor. Wenn die natürlichste Übersetzung lautet: „Jahwe ist unser Gott, Jahwe ist einer“, dann ist klar, dass wir es hier mit zwei Aussagen oder Prädikaten über Gott zu tun haben: Er „ist unser Gott“ und Er „ist einer“. Vielleicht führt die erste Aussage zu dem, was der Text weiter ausführt: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen“ (Vers 5). Das zweite bezieht sich wahrscheinlich auf die Einheit und Einzigartigkeit Jahwes. Die Verbalwurzel ‚akhad, die mit dem Zahlwort „ein/‚ekhad“ verwandt ist, bedeutet „vereinigt sein“. Vielleicht liegt die Betonung auf der Einheit und Einzigartigkeit Gottes in dem Sinne, dass es niemanden wie ihn gibt; er ist der einzige seiner Art. Dies ist im Grunde der biblische Monotheismus (5Mose 4,35) und wird durch Sacharja 14,9 unterstützt, der in Anlehnung an das Schema eine Zukunft voraussieht, in der jeder, der mit Gott um die Vorherrschaft konkurriert, überwunden sein wird, und dann wird „der Herr [Jahwe] einer sein und sein Name einer“. Er wird als derjenige verehrt werden, dessen Wesen (d. h. sein Name) eins ist (2Mo 3,13-17); es gibt keinen anderen wie ihn.
Ein Gott
Das Schema wird im Neuen Testament erwähnt, um die Tatsache zu bekräftigen, dass Gott tatsächlich einer ist (z. B. Markus 12,29; 1Tim 2,5; Jak 2,19). Eine solche Erklärung ist eine
| biblische, nicht verhandelbare Überzeugung, die von der Christenheit unangefochten bejaht |
| wurde, obwohl sie eine Pluralität innerhalb der Gottheit lehrt. Dies ist möglich, weil das Zahlwort „eins“ zur Bezeichnung einer einzigen Einheit verwendet werden kann, die in sich selbst eine Pluralität einschließt. Die bekannteste Stelle ist Gen 2,24: „Der Mann wird sich mit seiner Frau vereinen, und sie werden eins [‚ekhad] sein“, wobei eins durch zwei Personen gebildet wird. Die vielleicht erstaunlichste Anspielung auf das Schema findet sich in 1Kor 8,6, wo Paulus den „einen Gott“ mit dem Vater und den „einen Herrn“ (griech. kurios) mit Jesus Christus identifiziert |
| und damit klarstellt, dass Jesus zum biblischen Verständnis der Einheit des einen Gottes gehört.* |
* Siehe Richard Bauckham, Jesus and the God of Israel (Grand Rapids: Eerdmans, 2008), S. 210-218.
Drei Anmerkungen:
1. Gen 2,24: “Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhängen, und sie werden ein Fleisch sein.” Adam und Eva werden allerdings nicht ein Mensch. Sie bleiben zwei Menschen. Die Dreieinigkeitsformulierung macht aber aus 3 Gotteswesen einen Gott.
Im direkten Kontext ist Vers 24 durch Vers 23 zu verstehen: “Da sprach der Mensch [Adam]: Das ist endlich Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Die soll »Männin« heißen; denn vom Mann ist sie genommen.” Adam und Eva waren ursprünglich sozusagen ein Fleisch, oder präziser, Eva ist das identische Fleisch des Adams.
Paulus verengt die Sichtweise auf Aktivität: ““Oder wißt ihr nicht, daß, wer einer Hure anhängt, ein Leib mit ihr ist? »Denn es werden«, heißt es, »die zwei ein Fleisch sein«” (1Kor 6,16).
Wie weit soll dann die Realität des ein-Fleisch-seins auf Gott den Vater und Seinen Sohn zurückkonstruiert werden? Würde Vers 24 nicht eher die Vater-Sohn Theorie unterstützen als eine Dreieinigkeit, vor allem mit einem Heiligen Geist als Dritter?
Die Frage bleibt auch, welche Verbindung zwischen Gen 2,24 und Deut 6,4 besteht, und genauergesagt, ob echad in Deut 6,4 so wie in Gen 2,24 verstanden werden soll, und wenn ja, warum?
2. 1Kor 8,6: “Was nun das Essen der Götzenopfer betrifft, so wissen wir, daß ein Götze in der Welt nichts ist, und daß es keinen anderen Gott gibt außer dem Einen. 5 Denn wenn es auch solche gibt, die Götter genannt werden, sei es im Himmel oder auf Erden — wie es ja wirklich viele »Götter« und viele »Herren« gibt —,v6 so gibt es für uns doch nur einen Gott, den Vater, von dem alle Dinge sind und wir für ihn; und einen Herrn, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind, und wir durch ihn.”
Genau genommen bildet Vers 6 eine A + B Konstruktion, wobei A den alttestamentlichen Monotheismus bestätigt:
A: ein Gott, der Vater + B: ein Herr, Jesus Christus, nicht B⊆A.
Die Schlußfolgerung, “dass Jesus zum biblischen Verständnis der Einheit des einen Gottes gehört” (B⊆A) ist von diesem Vers her nicht erkennbar, obwohl sie in gewisser Hinsicht natürlich eins sind.
3. Interessanterweise stützt sich die trinitarische Interpretation auf einen anglikanischen Theologen, bietet aber außer 1Mo 2,24 keine biblische Herleitung. Im Gegenteil; 1Kor 8,6 widerspricht der trinitarischen Schlußfolgerung.
Die Bezeichnung “Himmlisches Trio” ist tatsächlich ein antitrinitarischer Begriff von Ellen White!
In seinem trinitarischen Buch William Boardman, The Higher Christian Life, S. 104, 105 kommentiert zu natürlichen Vergleichen Gottes (z.B. mit Wasser). Dann erläutert er:
Boardman: “Diese Vergleiche sind alle unvollkommen. Sie verbergen die Dreipersönlichkeit [tri-personality] des EINEN Gottes eher, als dass sie sie veranschaulichen, denn sie sind keine Personen, sondern Dinge, bestenfalls arm und irdisch, um die lebendigen Persönlichkeiten des lebendigen Gottes darzustellen. So viel können sie jedoch tun, um die offiziellen Beziehungen eines jeden zum anderen und eines jeden zu uns zu veranschaulichen. Und mehr. Sie können auch die Wahrheit veranschaulichen, dass die ganze Fülle dessen, der alles in allem erfüllt, in jeder Person des dreieinigen Gottes wohnt.”
Boardman: “Der Vater ist die ganze, unsichtbare Fülle der Gottheit. Der Sohn ist die ganze Fülle der offenbarten Gottheit. Der Geist ist die ganze Fülle der Gottheit, die offenbar wird. Die Personen sind nicht nur Ämter oder Offenbarungsformen, sondern lebendige Personen des lebendigen Gottes.”
Ellen Whites Verarbeitung des Materials:
“The Comforter that Christ promised to send after He ascended to heaven, is the Spirit in all the fulness of the Godhead, making manifest the power of divine grace to all who receive and believe in Christ as a personal Saviour. There are three living persons of the heavenly trio; in the name of these three great powers—the Father, the Son, and the Holy Spirit—those who receive Christ by living faith are baptized, and these powers will co-operate with the obedient subjects of heaven in their efforts to live the new life in Christ” (Ms 21, 1906, par. 11 | SpTB07 63.2).
“Der Tröster, den Christus zu senden versprach, nachdem er in den Himmel aufgefahren war, ist der Geist in der ganzen Fülle der Gottheit, der die Kraft der göttlichen Gnade allen offenbart, die Christus als persönlichen Retter annehmen und an ihn glauben. Es gibt drei lebendige Personen des himmlischen Trios; im Namen dieser drei großen Mächte – des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes – werden diejenigen getauft, die Christus durch lebendigen Glauben annehmen, und diese Mächte werden mit den gehorsamen Untertanen des Himmels in ihren Bemühungen zusammenarbeiten, das neue Leben in Christus zu leben.”
Kontext davor:
“Ich bin angewiesen zu sagen: Den Gefühlen derjenigen, die auf der Suche nach fortschrittlichen wissenschaftlichen Ideen sind, ist nicht zu trauen. Es werden solche Darstellungen wie die folgende gemacht: „Der Vater ist wie das unsichtbare Licht; der Sohn ist wie das verkörperte Licht; der Geist ist das ausgestrahlte Licht.“ „Der Vater ist wie der Tau, der unsichtbare Dunst; der
Sohn ist wie der Tau, der in schöner Form gesammelt wird; der Geist ist wie der Tau, der auf den Sitz des Lebens fällt.“ Eine andere Darstellung: „Der Vater ist wie der unsichtbare Dampf; der Sohn ist wie die bleierne Wolke; der Geist ist wie der Regen, der gefallen ist und in erfrischender Kraft wirkt.“ {SpTB07 62.2}
Sie sind nur irdische Dinge, die wegen der Sünden der Menschen unter dem Fluch Gottes leiden. Der Vater kann nicht mit den Dingen der Erde beschrieben werden. Der Vater ist die ganze leibliche Fülle der Gottheit, und er ist für die Menschen unsichtbar. (SpTB07 62.3) Der Sohn ist die ganze Fülle der offenbarten Gottheit. Das Wort Gottes erklärt ihn als „das ausdrückliche Bild seiner Person“. „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.“ Hier wird die Persönlichkeit des Vaters gezeigt” (SpTB07 63.1).
Zeitweise gab es diese “spiritistischen Darstellungen” mit der Ei-Illustration auf unserer Hauptwebseite adventist.org! Am wichtigsten ist aber die Beobachtung, daß genau in diesem Kontext, gegen den Hintergrund eines trinitarischen Buches, Ellen White Gott nicht als dreieinen Gott definiert!
Kontext danach:
„Es wird eine zweite Bekehrung in den Herzen einiger unserer führenden Ärzte geben müssen, und ein Abschneiden von den Männern, die versuchen, das medizinische Schiff in den Hafen zu führen, sonst werden sie selbst niemals den Hafen der Ruhe erreichen. Christus ruft: Geht hinaus aus ihrer Mitte und sondert euch ab. (SpTB07 63.3) Ich schreibe dies, weil mein Leben jeden Augenblick zu Ende sein kann. Wenn es nicht gelingt, sich von dem Einfluss, den Satan vorbereitet hat, zu lösen und die Zeugnisse, die Gott gegeben hat, wieder zu beleben, werden die Seelen in ihrer Verblendung untergehen. Sie werden einen Irrtum nach dem anderen akzeptieren und so eine Uneinigkeit aufrechterhalten, die immer bestehen wird, bis diejenigen, die verführt worden sind, ihren Standpunkt auf der richtigen Plattform einnehmen. Die ganze höhere Bildung, die geplant ist, wird ausgelöscht werden, denn sie ist unecht. Je einfacher die Ausbildung unserer Arbeiter ist, je weniger sie mit den Menschen zu tun haben, die Gott nicht führt, desto mehr wird erreicht werden. Die Arbeit wird in der Einfachheit wahrer Frömmigkeit getan werden, und die alten, alten Zeiten werden wiederkehren, als unter der Führung des Heiligen Geistes Tausende an einem Tag bekehrt wurden. Wenn die Wahrheit in ihrer Einfachheit an jedem Ort gelebt wird, dann wird Gott durch seine Engel wirken, wie er am Pfingsttag gewirkt hat, und die Herzen werden so entschieden verändert werden, dass der Einfluss der echten Wahrheit sichtbar wird, wie es in der Herabkunft des Heiligen Geistes dargestellt wird. (SpTB07 63.4) Der Heilige Geist hat niemals die medizinische Missionsarbeit vom Dienst des Evangeliums getrennt und wird dies auch in Zukunft nicht tun. Sie können nicht geschieden werden. Verbunden mit Jesus Christus sind der Dienst des Wortes und die Heilung der Kranken eins. (SpTB07 64.1) Das achtundfünfzigste Kapitel des Jesajabuches enthält eine Anweisung für heute. „Schrei laut und schone nicht, erhebe deine Stimme wie eine Posaune und zeige meinem Volk ihre Übertretung und dem Hause Jakob ihre Sünde.“ Gott nimmt Dr. Kellogg nicht als seinen Arbeiter an, es sei denn, er bricht jetzt mit Satan. Die Arbeit wäre nicht so behindert worden, wie sie es in den letzten Jahren war, wenn Dr. Kellogg ein bekehrter Mann wäre. „Kommt“, rufe ich, „kommt heraus und trennt euch von ihm und seinen Mitarbeitern, die er gesäuert hat.“ Ich verkünde jetzt die Botschaft, die Gott mir gegeben hat, um sie allen zu übermitteln, die behaupten, an die Wahrheit zu glauben: „Kommt heraus aus ihrer Mitte und trennt euch von ihnen“, sonst wird ihre Sünde, Unrecht zu rechtfertigen und Betrügereien anzuzetteln, weiterhin zum Verderben der Seelen führen. Wir können es uns nicht leisten, auf der falschen Seite zu stehen. Wir können es uns nicht leisten, die Wahrheit mit wissenschaftlichen Problemen zu überdecken. Wir drängen darauf, dass entschiedene Änderungen vorgenommen werden und dem Volk Gottes keine Stolpersteine mehr vor die Füße gelegt werden. Jede Seele soll die Schuhe des Evangeliums anziehen. Lasst jede Seele beten und arbeiten und ihre Füße auf das Fundament stellen, das Christus gelegt hat, als er sein Leben für das Leben der Welt gab. (SpTB07 64.2)
Der Kellogg Kontext nochmals:
Warnung von Ellen White: “Ich bin angewiesen worden, ganz deutlich zu sprechen. „Begegne ihm“, heißt das Wort, das mir gesagt wurde. „Begegne ihm mit Festigkeit und ohne Zögern.“ Aber wir sollten ihm nicht dadurch begegnen, daß wir unsere Arbeitskräfte vom Felde wegnehmen, um die Unterschiede in der Lehre und in besonderen Punkten zu untersuchen. Solche Untersuchungen haben wir nicht durchzuführen. Im Buch Living Temple wird das Alpha der tödlichen Irrlehre dargeboten. Das Omega wird folgen und von jenen angenommen werden, die nicht willens sind, die von Gott gegebene Warnung zu beachten” (FG1 211.2).
Was TG aus dem Blickwinkel läßt ist ein Verweis auf das Alpha und das Omega drei Seiten vorher, wo Ellen White keinen anderen Bibeltext als Johannes 17 zitiert, inklusive Vers 3!
“Laßt Euch nicht täuschen; viele werden vom Glauben abfallen, weil sie verführerischen Geistern und Lehren der Teufels Beachtung schenken. Wir haben jetzt das Alpha dieser Gefahr vor uns. Das Omega wird von überraschender und erschreckender Art sein. Wir müssen die Worte Christi studieren, die er unmittelbar vor seinem Verhör und seiner Kreuzigung betete: „So redete Jesus, und hob seine Augen auf zum Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist da: verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrliche; denn du hast ihm Macht gegeben über alle Menschen, damit er das ewige Leben gebe allen, die du ihm gegeben hast. Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue. Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir aus der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben, und sie haben dein Wort bewahrt.“ Johannes 17,1-6. (FG1 208.4-209.1).
AG Daniells an W.C. White (29. Okt. 1903!): Dann erklärte er [Kellogg], dass sein früheres Bild von der Dreieinigkeit ihn daran gehindert hatte, eine klare und richtige Aussage über Gott zu machen; aber nun könne er schließlich an die Dreieinigkeit glauben und deutlich sehen, wo die Schwierigkeiten lagen. Er sei überzeugt, dass er die Sache zur Zufriedenheit aller klären könne.
; und seiner Ansicht nach sei es Gott der Heilige Geist und nicht Gott der Vater, der den ganzen Weltraum und jedes Lebewesen durchdringe. Er meinte, wenn er vor dem Verfassen des Buches zu diesem Glauben gekommen wäre, hätte er seine Sichtweise besser darstellen können, sodass es nicht zu dem irreführenden Eindruck gekommen wäre, den das Buch nun vermittelt.”
Daniells: “Ich wies ihn auf die Widersprüche hin, die ich in seiner Lehre fand. Ich versuchte ihm zu zeigen, dass sein Buch in so starkem Gegensatz zum Evangelium stand, dass ich mir nicht vorstellen könne, wie es durch die Änderung einiger Begriffe korrigiert werden könne” (AG Daniells, Brief an William Clarence White, 29. Oktober 1903).
Brief 253 – 1903 (Ellen White an JH Kellogg)
“Ich bitte Dich, Dich mit ganzem Herzen dem Herrn zuzuwenden, bevor es für immer zu spät ist. Trenn Dich von den Einflüssen, die Du von Deinen Brüdern, die im Dienst des Evangeliums stehen, und von dem Volk, das Gott führt, getrennt haben. Flickwerk-Theorien [patchwork theories] können von denen nicht akzeptiert werden, die dem Glauben und den Grundsätzen treu sind, die allen Widerständen satanischer Einflüsse widerstanden haben” (18LtMs, Lt 253 1903 par 28).
→ “Das Buch Living Temple darf nicht geflickt werden, mit ein paar Änderungen” (par 1).
Die Überarbeitung betrifft die Lehre der Dreieinigkeit – Ellen White nennt dies spezifisch und präzise Flickwerk-Theorien! Stattdessen schreibt sie:
“Ich stelle Dir die Dinge vor, die der Herr mir vorgelegt hat. Es gibt ein großes Werk, das getan werden muss. Wir sollen das Werk verständnisvoll in Angriff nehmen, indem wir beten, glauben und den Heiligen Geist empfangen. Nur so können wir das uns aufgetragene Werk tun. Gott verlangt von mir, dass ich gegen den Lebendigen Tempel Zeugnis ablege. Was auch immer Deine Mitarbeiter über dieses Buch sagen mögen, ich vertrete jetzt und für immer den Standpunkt, dass es eine Schlinge ist. Unser Volk als Ganzes wird sich nicht auf der Grundlage der Theorien zusammenschließen, die Du in diesem Buch zu präsentieren begonnen hast. Du kannst dies als für immer entschieden betrachten. Als Volk werden wir fest auf der Plattformstehen, die Prüfung und Versuch standgehalten hat. Wir werden an den sicheren Pfeilern unseres Glaubens festhalten. Die Grundsätze der Wahrheit, die Gott uns offenbart hat, sind unser einziges Fundament. Sie haben uns zu dem gemacht, was wir sind. Diese neuen, phantasievollen Theorien sind faszinierend und irreführend. Sie gefährden die ewigen Interessen der Seele. Die Heilige Schrift stützt sie nicht. Bekleidet mit der christlichen Rüstung, beschlagen mit der Vorbereitung des Evangeliums des Friedens, werden wir fest gegen diese irreführenden Theorien stehen. Ihr mögt euch umdrehen und das Wort Gottes zu eurem eigenen Verderben verdrehen, aber ich bitte euch, das nicht zu tun.”
“Oft blieben wir bis spät in die Nacht zusammen, manchmal sogar die ganze Nacht hindurch, beteten um Licht und studierten das Wort Gottes. Während wir fasteten und beteten, kam große Kraft auf uns zu. Aber ich konnte die Argumentation der Brüder nicht verstehen. Mein Verstand war sozusagen verschlossen, und ich konnte nicht begreifen, was wir studierten. Dann kam der Geist Gottes über mich, ich wurde in einer Vision weggeführt, und mir wurde eine klare Erklärung der Abschnitte gegeben, die wir studiert hatten, zusammen mit einer Belehrung über die Position, die wir in Bezug auf Wahrheit und Pflicht einnehmen sollten. Dies geschah immer wieder.
Sie wussten, dass ich diese Dinge nicht verstehen konnte, wenn ich keine Visionen hatte, und sie nahmen die Offenbarungen, die mir gegeben wurden, als Licht direkt vom Himmel an. So wurden die Hauptpunkte unseres Glaubens, wie wir ihn heute vertreten, fest etabliert. Ein Punkt nach dem anderen wurde klar definiert, und alle Geschwister kamen in Einklang. {Lt 253, 1903, par. 4} Die ganze Schar der Gläubigen war in der Wahrheit geeint. Es gab einige, die mit seltsamen Lehren kamen, aber wir hatten nie Angst, ihnen zu begegnen. Unsere Erfahrung wurde auf wunderbare Weise durch die Offenbarungen des Heiligen Geistes gefestigt.”
Die Einheit der Gemeinde steht auf dem Spiel, und nur durch die Wahrheit kann die Einheit wieder hergestellt werden!
Die Persönlichkeit Gottes
“Genau solche Theorien, wie Sie sie in Living Temple vorgestellt haben, wurden damals präsentiert. Diese subtilen, täuschenden Sophistereien haben immer wieder versucht, unter uns Platz zu finden. Aber ich habe immer dasselbe Zeugnis über die Persönlichkeit Gottes abgelegt, wie ich es jetzt tue” (Lt 253, 1903, par. 9).
Bestätigung von W.C. White an A.G. Daniells (4. November 1903)
“Mutter und ich haben Deinen Brief vom 29. Oktober gelesen . . . Es tut uns Leid, dass er jetzt darauf gesinnt ist, das Buch zu überarbeiten. . . . Mutter betont ziemlich vehement, dass es ein unrentables Unterfangen ist.”
Glaubenspunkt 1, 1872
1872: #1 „Dass es einen Gott gibt, ein persönliches, geistiges Wesen, den Schöpfer aller Dinge, allmächtig, allwissend und ewig, unendlich in Weisheit, Heiligkeit, Gerechtigkeit, Güte, Wahrheit und Barmherzigkeit, unveränderlich und überall gegenwärtig durch seinen Stellvertreter, den Heiligen Geist. Ps. 139:7.
#2 “Dass es einen Herrn Jesus Christus gibt, der Sohn des ewigen Vaters . . .”
Praktische Überlegungen
WA 285: “Wie er es gewohnt war, hatte Paulus seine Arbeit in Ephesus mit der Verkündigung in der Synagoge begonnen. Er setzte die Arbeit „drei Monate lang“ fort und „lehrte und überzeugte sie von dem Reich Gottes“. Apostelgeschichte 19,8. Zuerst nahm man seine Worte freundlich auf; aber wie an andern Orten, stieß er auch hier bald auf heftigen Widerstand. „Einige aber verstockten sich und wollten nicht glauben, ja sie sprachen öffentlich viele Schmähworte über den neuen Weg aus.“ Apostelgeschichte 19,9 (Bruns).
{WA 285.1} Gottes Geist hatte mit und durch Paulus gewirkt, als er an seinen Landsleuten arbeitete. Er hatte genügend Beweise erbracht, um alle zu überzeugen, die aufrichtig die Wahrheit kennenzulernen wünschten. Viele ließen sich jedoch von Vorurteilen und Unglauben beherrschen und lehnten es ab, sich auch den überzeugendsten Beweisen zu beugen. Weil nun Paulus befürchtete, durch den fortgesetzten Umgang mit diesen Widersachern der Wahrheit könnte der Glaube der Bekehrten gefährdet werden, trennte er sich von ihnen, sammelte die Jünger in einer besonderen Gruppe und setzte seine öffentliche Lehrtätigkeit in der Schule des angesehenen Lehrers Tyrannus fort” (WA 285.2).










Kommentar verfassen